Them - Manor Of The Se7en Gables

CD Reviews, Them - Manor Of The Se7en Gables

„THEM, da denkt man als Metalfan direkt an das gleichnamige Album von Gruselkönig KING DIAMOND …“, so ging es jedenfalls powermetal.de Kollege Päbst anlässlich des THEM Debüts „Sweet Hollow“ vor zwei Jahren. Ich dachte mir neulich eher: „Was’n das für’n bescheuerter Name!“ Doch schnell stellte ich fest, dass nicht hinter jedem schlechtem Bandnamen auch schlechte Musik steht.
Das fast vierminütige „Residuum“ leitet perfekt zum riffigen „Circuitous“ über und ein erster schriller Schrei lässt dann tatsächlich Erinnerungen an KING DIAMOND aufkommen. Doch Frontmann Troy „KK Fossor“ Norr (COLDSTEEL) strapaziert die Trommelfelle der Metalgemeinde deutlich weniger als die dänische High-Pitch Sirene. Zwar wird verschiedentlich schrill ins Mikro geträllert, doch meist bewegt sich der US-Amerikaner in Sphären, die auch von dem normalen Gehör wahrgenommen werden können. Passend zu den kräftigen Riffs und den treibenden Drums kommt Troy sogar häufig recht aggressiv rüber – man höre sich nur mal „Refuge In The Manor“ an. Aber noch wichtiger ist, dass die Band richtig eingängige Melodien durch die Boxen jagt. „Witchfinder“ beispielsweise geht direkt ins Ohr – und dabei wird nicht weichgespült oder irgendeine Plüschsau durch die ausgetretenen Pfade in Trveheim getrieben. Im Gegenteil, die ausgewogene Mischung aus US-Power Metal, schwedischem Bombast, deutscher Melodie und dänischer Hochfrequenz macht dieses Album für beinharte Kuttenträger interessant und besonders. Vor allem die verschiedenen szenischen Einspieler sorgen für eine düster-schaurige Atmosphäre, die dann in Riffs wie dem zu Beginn von „Ravna“ weitergetragen wird. MERCYFUL FATE lassen grüßen. In „As The Sage Burns“ werden dann sogar vereinzelte Blast Speeds eingeworfen. Immer wieder werden so auch Erinnerungen an MORGANA LEFAY wach.
Die Liste der weiteren (ex-)Bands der Bandmitglieder lässt erahnen woher die verschiedenen musikalischen Anleihen kommen: von MAJESTY, über LANFEAR bis hin zu DEMOLITION HAMMER und MY DARKEST HATE ist alles nur denkbare vertreten. Wenn man sich dann noch vergegenwärtigt, dass die Band vor ihrer ersten EP „Fear Them“ jahrelang als KING DIAMOND Covertruppe unterwegs war, dürfte auch dem letzten Leser klar sein, dass wir es hier mit einem metallischen Schwergewicht zu tun haben. Und auf dem absolut stimmigen und sehr ansprechenden Coverartwork wirkt sogar der Bandname gar nicht mehr so doof. Mit „Manor of The Se7en Gables“ liefern THEM ein Album ab, welches in jede MERCYFUL FATE, DENNER/SHERMANN und KING DIAMOND Sammlung gehört. 

Line Up

KK Fossor – vocals
Markus Johansson – guitars
Markus Ullrich – guitars
Angel Cotte – drums
Richie Seibel – keyboards
Alexander Palma - bass

Tracklist

01 Residuum (Intro) 02:42
02 Circuitous 04:20
03 Refuge In The Manor 04:37
04 Witchfinder 05:15
05 A Scullery Maid (Interlude 1) 01:56
06 Ravna 05:39
07 As The Sage Burns 05:36
08 The Secret Stairs 04:45
09 Peine Forte Et Dure (Interlude 2) 01:50
10 Maleficium 04:49
11 Seven Gables To Ash 03:57
12 Punishment By Fire 08:10

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