Therion - Leviathan

CD Reviews, Therion - Leviathan

Therion, das ist immer viel Orchester und Tamtam. Die Schweden um Gründer und Chefmusiker Christofer Johnsson hauen mit "Leviathan" ihr mittlerweile siebzehntes Studioalbum, welches den Auftakt der "Leviathan"-Trilogie bildet, raus. Aktiv habe ich die Band insbesondere in der Phase von "Lepaca Kliffoth" bis "Vovin" verfolgt und abgefeiert.
Aber das ist schließlich über 20 Jahre her. Nun gibt es Therion auch schon über beachtliche dreißig Jahre lang. Damals waren es die düsteren, harten, aber auch schwermütigen bis okkulten Klänge, die mich vereinnahmen konnten. Nach dieser Zeit habe ich die Band nur noch wenig bis gar nicht weiterverfolgt. Erst durch die beiden von mir verfassten Rezis zu den beiden Vorgängeralben "Les Fleurs du Mal" und dem oppulenten 3 CDs umfassenden "Beloved Antichrist" bin ich wieder auf die Gruppe gestoßen. Handwerklich war da alles sauber, aber so ganz meinem Geschmack entsprachen diese beiden Werke schon nicht mehr. Leider verhält es sich da bei "Leviathan" ähnlich. Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und behaupten, dass Therion sich hier noch ein gutes Stück weiter weg von ihrem Mid- bis End-Neunziger Sound bewegen. Künstlerisch ist das alles sehr anspruchsvoll, aufwändig arrangiert und auch wohlausgefeilt. Deshalb würde ein Komplettverriss dieser Scheibe auch nicht im Ansatz gerecht werden. Dennoch sehe ich "Leviathan" im Gegensatz zu den meisten Rezensenten anderer Gazetten nicht im hellsten Scheinwerferlicht. Gesanglich nervt allzuoft der, wie ich finde, viel zu hohe, opereske Sopran-Gesang und auch die male vocals gehen bei den Chören vielleicht noch klar, wenn auch da etwas bieder, aber der eunuchenartige True Metal-Gesang strapaziert meine Nerven dann doch aufs Äußerste. Vielmehr wirkt das ganze dann manchmal wie Hammerfall meets Oper meets Klassik. Vom Songwriting ist mir das Ganze auch viel zu sperrig. Kein Song bleibt irgendwie im Gedächtnis hängen. Oft passen für mich auch die Gesamtzutaten nicht zusammen, so dass eine gewisse Inhomogenität entsteht. Zu Gute halten muss man den Schweden jedoch, dass die Songs ihre Momente in Form der einen oder anderen schönen Melodie oder ganz netten Gitarrenriffs haben. Insgesamt ist mir das aber auch viel zu wenig. Letztlich ist es aber auch Geschmackssache. Mit den Therion von früher haben diese hier jedenfalls so gut wie gar nichts mehr zu tun.
 

Line Up

  • Christofer Johnsson
    (guitars)
  • Christian Vidal
    (guitars)
  • Nalle Phalsson
    (bass)
  • Thomas Vikstrom
    (Vocals)
  • Johan Koleberg
    (Drums)

Tracklist

1. THE LEAF ON THE OAK OF FAR
2. TUONELA
3. LEVIATHAN
4. DIE WELLEN DER ZEIT
5. AŽI DAHĀKA
6. EYE OF ALGOL
7. NOCTURNAL LIGHT
8. GREAT MARQUIS OF HELL
9. PSALM OF RETRIBUTION
10. EL PRIMER SOL
11. TEN COURTS OF DIYU

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