Thurisaz-Re-Incentive

CD Reviews, Thurisaz-Re-Incentive

Irgendwie passt das Album in die Zeit. Denn die Belgier THURISAZ beschäftigen sich auf ihrem neuen Longplayer „Re-Incentive“ nicht mit den Sonnenseiten des Lebens, sondern mit den Schatten, die durch Depressionen, Burn-Out oder gebrochenem Herzen ausgelöst werden und schwer wieder loszuwerden sind. Also keine leichte Kost, möchte man meinen....

Und genau so vielschichtig, wie die Ursachen der menschlichen Schwermut, ist auch die musikalische Bandbreite von THURISAZ. Denn die Schublade, die dafür nötig wäre, ist noch nicht gebaut worden.

Da wäre zum einen ein atmosphärisch-metallisches Grundrauschen, dann unverkennbare doomige Elemente, aber darüber hinaus gibt es auch immer wieder Schwarz-Metallisches zu hören. Aber trotz aller Düsternis brechen immer wieder auch Schimmer der Hoffnung in Form überaus melodischer und harmonischer Partien durch, die in gekonnter Manier mitunter in einen wahren Wettstreit mit den immer wiederkehrenden Dämonen treten ('Illuminight').

Bisweilen dominieren zunächst eingängigere, versöhnliche Töne, die im zunehmenden Wiederholungsmodus dann aber eine immense Spannung aufladen, die sich schließlich furios entlädt ('Exemption'). Ähnliches gilt auch für 'Isle Of No-Man', auch wenn mir das Harmonische dann doch etwas zu viel wird. Gehörig atmosphärishen Bombast gibt es auch in dem Rausschmeißer 'Eternity Expires'. Dass das Album einem Konzept folgt, hört man auch daran, dass wie in einer Umarmung Motive im Opener und im letzten Track auftreten. 'In-Balance' nimmt einen mit in ein wahres musikalisches Wechselbad der Gefühle, 'The Veil' ist aufgrund seiner schwarzmetallischen Attitüde im Verein mit ordentlich Durchschlagskraft wohl der beste Song des Albums. Aber auch 'Monologue' ist nichtvon schlechten Eltern.

Kurz: Es ist aller Ehren wert, sich in einem Album konzeptionell mit Depressionen, Burn-Out und Liebeskummer auseinanderzusetzen, aber für meinen Geschmack ist die Musik trotz der doomigen und black-metallischen Elemente dafür zu fröhlich, zu symphonisch, zu harmonisch, zu hymnisch und zu bombastisch. Wer allerdings letztgenannte Dinge mag, denen ist der Longplayer unbedingt empfohlen.

Tracklist

01. In-Balance
02. The Veil
03. Monologue
04. Illuminight
05. Exemption
06. Ilse Of No-Man
07. Eternity Expires...

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