Tsatthoggua - Hallelujah Messiah

CD Reviews, Tsatthoggua - Hallelujah Messiah

Mit TSATTHOGGUA steigt nicht nur eine deutsche Black Metal – Band relativ unverhofft wie der Phönix aus der Asche empor, sondern auch eine der wenigen Bands, die es neben Pyogenesis einst auf das französische Kultlabel Osmose Productions geschafft haben. Die Band aus Nordrhein-Westfalen veröffentlichte in der Hochphase der 90er Black Metal – Welle die Alben “Hosanna Bizarre” (1996) und "Trans Cunt Whip" (1998), die seinerzeit zwar aufhorchen ließen und in der Szene durchaus ihr Publikum fanden. Allerdings währte die Halbwertszeit der Formation nicht lang genug, um sich durchzusetzen, zumal 1998 die Implosion des Schwarzmetall-Hypes schon absehbar war.
Nach der Wiederbelebung startet man nun mit der Compilation “Hallelujah Messiah”, die sowohl das 95er Demo “Siegeswille”, als auch die 98er Single “German Black Metal” im neu abgemischten sowie remasterten Soundgewand beinhaltet. Diese EP ist daher ein Zeitzeugnis einer extravaganten Szene-Band aus den Neunzigern. Nicht nur “Status Stürmer” und “Niemals geboren” haben mehr als zwei Dekaden nach ihrer ursprünglichen Veröffentlichung nichts von ihrem Charme und ihrer Wirkung eingebüßt. Mit ihrer Mischung aus einem Hang zu Fetischen, SM-Thematik und sonstigem Abnormen, Verruchtem und Verbotenem sowie politischer Inkorrektheit war und ist man in Sachen Kompromisslosigkeit auch heute noch ganz nah an Bands wie Impaled Nazarene oder Pungent Stench zu ihren jeweiligen Hochphasen.

Musikalisch ist man mit dem rasenden, klirrenden Black Metal natürlich näher an den Finnen als an den Österreichern, wobei auch Marduk einst deutliche Spuren im Sound hinterlassen haben. Wobei TSATTHOGGUA auch Mörder-Grooves und stampfendes Midtempo beherschen. Dazu ein Drumming, welches Trifixion-Jüngern mitunter vor Freude das Ejakulat vor die Kuppe schießen lassen dürfte. Mit NorthWind steht dann noch ein absolutes Kampfschwein hinter dem Mikro, der sich nicht nur die Seele aus den Eingeweiden keift, kreischt, brüllt und schreit, sondern mit dezenten Key-Teppichen auch für einen Hauch heroischer Tiefe sorgt.

Dass man mit dem Cover, welches in der Tradition vom Debut “Hosanna Bizarre” steht, die Covid-Erkrankung des Sängers in diesem Frühjahr inszeniert, hätte ich vor 25 Jahren cool gefunden. Heute finde ich es befremdlich und eher fragwürdig, allerdings passt es eben auch ins künstlerische Konzept.

Wie schon erwähnt ist “Hallelujah Messiah” ein Zeitzeugnis, das hoffentlich nicht nur mir Lust gemacht hat, sondern auch noch viele weitere Schwarzmetall-Jünger dazu animieren wird, das Debut “Hosanna Bizarre” und “Trans Cunt Whip” neu zu entdecken. Gespannt bin ich natürlich ebenfalls, ob TSATTHOGGUA den Schwung dieses Brückenschlages zwischen dem Demo aus dem Jahr 1995 und der letzten offiziellen Veröffentlichung vor der Auflösung mitnehmen, um der Metalwelt neue musikalische Visionen zu bescheren. An Inspiration dürfte es kaum mangeln, wenn man die jüngsten zwei Dekaden mal Revue passieren lässt.


TSATTHOGGUA – Status Stürmer – 2020:

 

Line Up

False Prophet: Bass
Lightning Bolt: Drums
Nar Marratuk: Guitars
NorthWind: Vocals, Keyboards

Tracklist

1. The Belief - The Lie 2:48
2. Heirs of Fire 2:19
3. Niemals Geboren 4:14
4. Intrude into Immortality 3:27
5. Worm of Sin 3:31
6. Status Sturmer 3:09
7. Courtesan Mary Slut 2:59

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