Twilight Force - Dawn of the Dragonstar

CD Reviews, Twilight Force - Dawn of the Dragonstar

..."TWILIGHT FORCE lassen nichts unversucht, um einmal mehr einige der epischsten und überwältigendsten Hymnen zu erschaffen, die der Power Metal je zu Ohren bekommen hat"...ist das überhaupt noch möglich?
...dieser Satz stammt aus dem Pressfolder zum neuen Album "Dawn of the Dragonstar" und setzt die Messlatte ziemlich hoch.
Im Jahr der Melodic Epic Symphonic Power Metal Veröffentlichungen bedarf es fast schon Wundertaten um dieses zu erreichen. Denn Bands wie Rhapsody of Fire, Turilli / Lione Rhapsody, NorthTale, Ancient Bards und viele andere haben bereits abgeliefert und haben sich zum Teil weiterentwickelt oder sind sich treu geblieben (oder sollte man sagen, dass sie nur ihren Stiefel durchgezogen haben?).
Daher war es für mich eher gewagt das Thema "Twilight Force" objektiv anzupacken, da ich die ersten beiden Alben nicht kenne. Von den Kollegen diverser Magazine hochgelobt und mit Zukunfts-Loorbeeren überschüttet, wurde ich nun vom Titel-Track "Dawn of the Dragonstar" regelrecht erschlagen. Als Fan der ersten Stunde von "Rhapsody" und dem Debutalbum "Legendary Tales" kam ich mir vor wie ins Jahr 1997 zurück katapultiert. Aber mit einer noch fetteren Produktion und noch mehr Hymnen. Der Weggang von Sänger Christian Erkisson zu "NorthTale" lässt offensichtlich für einige Schreiberlinge etwas Wehmut entstehen. Ich kann nur sagen, dass der "Neue" Alessandro Conti einen Mega-Job macht und stimmlich sehr gut in die Arrangements passt. Hat er doch schon Erfahrungen in diesem Metier bei Luca Turilli sammeln können. So sind auch "Thunderstorm" und "Long live the King" vollgepackt mit Hymnen, fetten Chören, Hammer Melodien und highspeed Double-Base Parts, deren Umsetzung live sicherlich eine Herausforderung wird. Ob man nun die folkloristischen Melodien als solche stehen lässt oder aber in die Ecke der "Kinder-Melodien" steckt, bleibt jedem selber überlassen. "With the Light of a thousand Suns" erinnert mich sofort an die epischen Momente aus alten "Rhapsody"-Songs. Was soll ich sagen: es geht in diesem Stil munter weiter. Ob "Winds of Wisdom ", "Queen of Eternity", "Valley of the Vale" oder "Night of Winterlight". Mit dem 12:29 Minuten langen Epos "Blade of Immortal Steel" verabschieden sich die Herrschaften auf diesem Album und lassen es im Song nochmal richtig krachen. Mit einem Refrain, der Musical-Charakter hat und einem Songende, das für einem Disney-Zeichentrickfilm geschrieben sein könnte.
 
Fazit: Songwriterisch höchste Qualität, immer wieder Mega Melodien und nicht zu vergessen wahnsinnige Gitarrensoli. Auch das Integrieren der Orchesterelemente ist sehr gut gelungen. Immer wieder kleine verspielte Meldien im Hintergrund, sei es vom Piano, Chembalo oder auch von der Harfe (!). Man muss die Scheibe mehrmals hören um alle Details zu entdecken und die teils ähnlichen Parts zu verinnerlichen. Eine starke Scheibe, mit höchstem spielerischen Niveau, die an Virtuosität und geballter Power die Pioniere "Rhapsody" um einiges übertrifft. Dennoch bewegt sich alles im Rahmen der typischen Klischees und bleibt daher für jeden selber zu bewerten, ob es nötig ist oder nicht. Ich dachte eigentlich, dass das Melodic Epic Symphonic-Thema schon vor Jahren ausgepielt wurde.
Falsch gedacht! Stellt sich nur wieder mal die Frage: was soll als nächstes noch kommen?

Line Up

Allyon | Gesang

Lynd | E- und Akustikgitarre, Laute

Born | Bass

Blackwald | Keyboard, Klavier, Violine, Cembalo

De’Azsh | Schlagzeug

Aerendir | Gitarre

Tracklist

1. Dawn of the Dragonstar
2. Thundersword
3. Long Live the King
4. With the Light of a Thousand Suns
5. Winds of Wisdom
6. Queen of Eternity
7. Valley of the Vale
8. Hydra
9. Night of Winterlight
10. Blade of Immortal Steel