Urfaust - Apparitions

CD Reviews, Urfaust - Apparitions

URFAUST haben schon immer eher in der Ambient-Ecke gewildert, auch wenn sie sich nie wirklich einordnen ließen. Dazu waren die Veröffentlichungen zu unterschiedlich. Die neueste EP „Apparitions“ der Holländer mit einem Faible fürs Deutsche hat mit Metal nun aber wirklich nur noch am Rande zu tun.

„The End of Genetic Circles“ kommt als überlanges Intro mit viel Hall daher, dann gibt es bei dem Titeltrack der EP viele Streicher und sphärischen Gesang, aber so richtig aus den Puschen kommen URFAUST da auch nicht. Während man bei den inzwischen ähnlich gelagerten Ulver in Klangwelten eintaucht und sich darin verliert, bleiben hier die Klangarrangements meistens beliebig, um nicht zu sagen langweilig.

Auch wenn die Holländer dann bei „Apparition“ doch ein paar nette Melodien liefern, die mittelalterlichen Ursprungs zu sein scheinen. Mit Metal hat das Ganze wie gesagt nur am Rande was zu tun, aber das darf man bei einer Band die unter „avantgarde“ vermarktet wird, wohl auch nicht erwarten. Bei „The Healer“ gibt es dann doch ab und zu einen Growl und die Gitarren dröhnen Drone-mäßig aus den Boxen. Sogar ein Gitarrensolo ist zu hören. Dazu Gesang, wie man ihn auch schon bei Norwegens berüchtigtstem Kirchenanzünder gehört hat. Das macht Lust auf mehr!

Insgesamt arbeitet aber die ganze CD auf das vierte (und letzte), alles dominierende Stück „The River“ hin, das mit knapp 23 Minuten alleine die Hälfte der Spielzeit ausmacht. Zur großen Enttäuschung besteht das Werk dann aber auch wieder nur aus minutenlangem Hall und etwas Noise.

Ich bin ja von Sunn0)) und Konsorten einiges gewohnt, aber das was VRDRBR und IX hier abliefern, finde ich bis auf „The Healer“ und mit Abstrichen „Apparitions“ recht öde. Da das mehr als die Hälfte der CD ausmacht, gibt’s nur 7 Punkte.

Line Up

VRDRBR - Drums, Bass, Noise
IX - Guitars, Vocals

Tracklist

1.     The End of Genetic Circles
2.     Apparitions
3.     The Healer      
4.     The River