WELCOME TO PLESHIWAR - Unsolved (EP)

CD Reviews, WELCOME TO PLESHIWAR - Unsolved (EP)

WELCOME TO PLESHIWAR [WTP] wurden 2021 gegründet durch den Gitarristen Karsten Goebel. Durch hinzutreten des Sängers Sascha Kaiser, des Schlagzeugers Marco Gebert und schließlich des Bassisten Dan Krieger entwickelte sich WTP zu einem Quartett. Als stilprägend nennen sie die alten PARADISE LOST, MY DYING BRIDE und TIAMAT. Sich selber ordnen sie in die Schublade(n) Doom/Death Metal ein. Der eigene Anspruch ist es, aus dem genretypischen Einheitsbrei herauszustechen.
 
Die EP Unsolved ist ein Zwischenschritt auf dem Weg zu einem Album. Wann dieses erscheint, wird die Band gesondert ankündigen. Bald nach Konsolidierung der Zusammensetzung hat man sich an die Produktion der EP gemacht und wird nun im Selbstverlag die vier Nummern Ende August 2022 veröffentlichen.
Begleitend zum Review tauschte ich mich Karsten Goebel aus, um das eigene Lagebild zur Band zu schärfen. Vor allen Dingen galt es zu klären, was der Bandname ausdrücken soll. Auf alle Fälle lag vor der Gründung WTP eine gute Dekade musikalische Pause. Nun zum Bandnamen. Pleshiwar... Hm? Peshawar ist eine Stadt im AFG-PAK Grenzgebiet, mir geläufig aus der ein oder anderen Anschlagsmeldung während meiner Tage in Afghanistan. Aber Pleshiwar? Gibt man es als Selektor in einer Suchmaske ein kommt der Hinweis auf eine ???-Folge als entlegener Gebirgsort im Norden Indiens. In der Umgebung soll der Tempel der Gerechtigkeit sein. Aber ??? als Namensinspiration einer Doom/Death Metal Band? Muss bei dem Genre nicht - wenn denn Pleshiwar real ist - dann wenigstens indische Mythologie (irgendeine strafende Gottheit oder Pleshiwar als Ort einer Verdammnis) zu Grunde liegen? Es macht die Band sehr sympathisch, dass es tatsächlich die ??? sind, die zum Bandnamen inspirierten ohne Metagedanken (@TZ: immer diese Hörspielnerds! Wie gut, dass das Twilight-Magazin den Hörspielen der ??? auch regelmäßig eine Bemusterungsplattform bietet!).
Indien spielt für Teile der Band eine wichtige Rolle, nämlich Sänger und Bassist schwärmen von diesem Land, wobei der Sänger dort sogar eine Zeit lebte. 
In Bezug auf die Lyrik - allerdings kann ich da mangels Booklet gar nicht weiter einsteigen - besingt man nicht Tod und Teufel, sondern textet sozialkritisch. 

Kommen wir zur Musik: Besonders der Gesangsstil Sascha Kaisers erinnert hier und da an Johan Englund (TIAMAT; bis einschließlich Wildhoney). Die Kompositionen finde ich gelungen und abwechselungsreich mit bisweilen schönen Harmonien. Der Indienbezug kommt durch die Sitarlinie in Unsolved besonders zur Geltung. Den schnurrenden Bass auf Beati Pauperes Spiritu finde ich gelungen. 
Für mein Klangverständnis finde ich den Schlagzeugsound zu höhenlastig und damit zu spitz und präsent im Mix, so als fehle das tiefe Fundament. Unstrittig sind für mich im Metal der Drumsound Sepulturas (egal, ob Igor Cavalera oder jetzt Eloy Casagrande) und Soulflys (auch hier ist der Drummer wurscht), außerhalb des Metal-Genres Alex van Halen, maßgeblich. Da wäre meine Empfehlung nochmals in Klausur zu gehen und beim richtigen Album einen "kommen zu lassen". 
 
Fazit: WTP erweisen sich als vielversprechende Debütanten mit ihrer EP.  

Line Up

Sascha Kaiser - Gesang
Marco Gebert - Schlagzeug
Karsten Goebel - Gitarre, Keyboard
Dan Krieger - Bass

Tracklist

01 Welcome To Pleshiwar
02 Ten Thousand Years...
03 Unsolved
04 Beati Pauperes Spiritu
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