Aphyxion - Void

CD Reviews, Aphyxion - Void

Ja, ja wir Dänen, sagte damals schon Hape Kerkeling. Dass unser sympathisches Nachbarland im Norden immer auch mal wieder für eine Metal-Überraschung gut ist, zeigen jetzt APHYXION, die eigentlich aus der Death-Metal-Ecke kommen, aber die die Genregrenzen schon immer mit Vergnügen eingerissen haben.

So kommt das neue Album „Void“ neben der gesetzten todesmetallischen Härte mit einer gehörigen Portion Modernität daher, vor allem im Hinblick auf die groovigen brachialen Riffs. Da lassen mitunter DYSCARNATE grüßen. Ganz neu und für die Band noch nicht dagewesen sind die Klargesänge, offenbarte sich doch Bassist Jais Jessen als ein wahres Gesangswunder hinter dem Mikro. Das erlaubt dann auch längere Ausflüge in die melodischeren Gefilde bis hin in den (Alternative-) Rock.

Das kann man sehr gut in dem Track 'A Gap Of Sky' beobachten, der neben seiner martialischen Attitüde durch seine Eingängigkeit punkten kann. Ähnliches gilt für 'Sedate Myself', ein Song, dem man sich nur schwer entziehen kann und irgendwie auch etwas PARADISE-LOSTsches hat.
Um einiges melancholischer, düsterer und metalcoriger wird es dann in 'No Man Is An Island', wobei auch hier die obligatorische Brutalität inklusive der infernalen Growls auf ein hohes Maß an Sehnsucht und furiose Grooves trifft. Hammer!

Ein weltklasse Brutalo-Groove-Monster liegt zudem mit 'Stronger In The End'. Auch beim letzten Song lassen ASPHYXION in Puncto Spannung in nichts nach. Und während man noch denkt, dass der Rausschmeißer wie bei anderen Bands etwas gesetzter, aber nicht minder intensiv ist, gibt es phasenweise noch einmal richtig etwas auf die Ohren. Es ist ja schließlich auch der titelgebende Track.
Der Abrissbirne in 'Restless Nights' sollte sich keiner in den Weg stellen, auch wenn es vereinzelte emotionale Verschnaufpausen gibt. Dass auf dem Longplayer „Diversity“ groß geschrieben wird, stellt schließlich das sehr hymnische 'Happily Apathetic' unter Beweis.

Kurz: Die Dänen von APHYXION legen mit „Void“ ein Album vor, das die Melodic-Death-Metal-Gefilde zumeist weit hinter sich lässt, das aber gekonnt moderne, groovige Brutalität mit eingängiger, tiefgründiger Intensität verbindet, ohne das man sofort an Metalcore denken muss. Denn wenn die Abrissbirne einmal nicht kreist, übernimmt eingängige, mitreißende rockige Härte das Kommando!

Line Up

Michael Vahl - Vocals
Jonas Haagensen - Guitars
Jesper Haas - Guitars
Jais Jessen - Bass
Jakob Jensen - Drums

Tracklist

01. Fork Tongued
02. Sleepwalkers
03. Restless Nights
04. Crown Of Thorns
05. Happily Apathetic
06. A Gap Of Sky
07. Sedate Myself
08. Pain
09. No Man Is An Island
10. Stronger In The End
11. Void