Hank Von Hell - Egomania

CD Reviews, Hank Von Hell - Egomania

„Are you ready for some darkness? Do you want to be a dirty boy? Do you want the night to stay?“ Das fragte Hank von Hell, der damals noch Hank von Helvete hieß, vor 20 Jahren die TURBONEGRO Hörer. Nun ist er ja bekannterweise nicht mehr dabei und post auf dem Cover zum ersten Soloalbum mit bekannter Schminke, aber weißem Anzug und Zylinder vor kitschig buntem Hintergrund. Ein klassischer Fall vom Ying Yang?
Mit dem Outfit und dem Namen bezieht Hank sich eindeutig auf TURBONEGRO, folglich muss sich das Album dem Vergleich mit den norwegischen Assi Rock Pionieren stellen.

Um es vorweg zu nehmen, diesem Vergleich hält ´Egomania´ nicht stand. Schwarz entscheidet das Ying-Yang Duell eindeutig für sich. Im Interview mit dem Deaf Forever sagt Hank, es sei das „Internationale Comeback des Rockstars Hank von Hell. Die epischen und monumentalen Rockalben sind  immer weniger präsent. Dieser fürchterlichen Entwicklung muss ich entgegenwirken.“ Mal davon abgesehen, dass ich diesen Trend sehr begrüßen würde, hält das Album diesen vollmundigen Versprechungen nicht stand. Wenn man die Klappe so weit aufreißt, liefert man oder man lässt ein Augenzwinkern durchschimmern. TURBONEGRO mach(t)en sogar beides. Und genau dieses Besondere geht ´Egomania´ ab. Klar waren TURBONEGRO immer Kackenhauer und Poser. Gleichzeitig hatten sie diesen einzigartigen Assi Faktor und eine gewisse Düsternis im Sound. Beim Solodebut ist vieles zu oberflächlich, lediglich ´Never Agian´ kratzt an der düsteren Stimmung, ehe es in pathetischem Schmalz zu versinken droht.
´Egomania´ hat einige gute Tracks wie ´Dirty Money´ oder ´Bombwalk Chic´ aber auch Ausfälle wie das grottenlangweilige ´Blood´.

Hank hat ein durchschnittliches Rock Album abgeliefert, dass über weite Strecken gut reinläuft, ohne nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen. Man sollte sich ´Egomania´ erst anschaffen, wenn die TURBONEGRO Diskographie bereits komplett eingezogen ist.

Tracklist

1. Egomania
2. Pretty Decent Exposure
3. Blood
4. Dirty Money
5. Bum to Bum
6. Never Again
7. Bombwalk Chic
8. Wild Boy Blues
9. Too High
10. Adios (Where's My Sombrero?)