Nachtmystium - Resilient

CD Reviews, Nachtmystium - Resilient

Ich bin 2008 erst relativ spät, genauer gesagt zum kongenialen Album "Assassins: Black Meddle Pt. l" auf NACHTMYSTIUM aufmerksam geworden, die es auf dieser Veröffentlichung seinerzeit geschafft haben, eine spacige Pink Floyd-Atmosphäre mit urwüchsigem Black Metal zu vereinen. Allerdings flachte man schon mit dem Nachfolger "Addicts: Black Meddle Pt. ll" musikalisch wieder ab und auch diverse Hörproben der durchaus gefeierten Folgealben konnten mich hernach nicht mehr mitreißen, weshalb ich die Band relativ schnell wieder aus den Augen bzw. der Hörweite verlor.
Und so gingen die Eskapaden von Bandkopf Blake Judd inkl. Niedergang der Formation bis zum medialen Gang nach Canossa im Deaf Forever #18 (04/2017) vollkommen an mir vorbei.
Nach Entzug und Therapie hat Judd sich nun scheinbar wieder gefangen und das deutsche Label Prophecy Productions hat den nun als amerikanisch-europäisches Kollektiv auftretenden NACHTMYSTIUM eine zweite Chance eingeräumt, die Judd erfreulicherweise musikalisch frisch und eindrucksvoll nutzt.
Nach dem Intro "Conversion" offenbahren sich NACHTMYSTIUM als so intensiv wie selten. Der Titeltrack "Resilient" ist zunächst ein mächtiger, getragener aber gleichzeitig auch fragiler Brocken aus Verzweiflung und Trauer. "Silver Lanterns" startet eingängig und düster in flottem Up-Tempo, um letzteres dann immer wieder in einer spacigen Atmosphäre zu verschleppen und um letztlich in eisig-klirrender Raserei auszubrechen. "Desert Illumination" ist ein progressiv-verspielter Instrumental-Trip, der zwischen wiederum lässig-lockerem Gitarrenspiel und Schwarzmetall Bethlehem´scher Prägung schwingt.
NACHTMYSTIUM wissen mich mit den spannungsgeladenen, in der Struktur simpel gehaltenen und aus diesem Grund oft hypnotisch anmutenden Kompositionen, die zwischen Ambient, Pink Floyd und rohem Metal pendeln, zu faszinieren und auf der emotionalen Ebene zu packen wie schon lange nicht mehr.
 
Man darf Blake Judd wünschen, dass er sich in den vergangenen Jahren genug von der auf dieser EP besungenen Resilienz angeeignet hat, um den Irrungen und Wirrungen des alltäglichen Lebens mit der notwendigen Gelassenheit und Liedern wie diesen entgegen zu treten, damit diese zweifelsohne erfolgreich zelebrierte Rückkehr auch dauerhaft Bestand hat.


Line Up

Blake Judd – Guitars, Lead Vocals, Bass
Martin van Valkenstijn - FX, Additional Instruments, Vocals
Phenex - Keyboards & FX
Jean-Michel Graffio – Drums & Percussion 

Tracklist

01 Conversion
02 Resilient
03 Silver Lanterns
04 Desert Illumination