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EMPFEHLUNG DES MONATS
27. Jan. 2026 | Musik Reviews

Hällas - Panorama

Auch Hällas starten mit einem neuen Album ins neue Jahr 2026! 

Die Band wurde 2011 in Schweden gegründet und ist vor allem durch ihren Hit ‚Star Rider‘ aus ihrem ersten Album ‚Excerpts From a Future Past‘ (2017) aufgefallen. Doch in diesem Jahr bringt das Quintet definitiv ihr ambitioniertestes Album heraus.

‚Panorama‘, der Titel des Albums, richtet den Blick auf eine fiktive, vor allem umweltzerstörerische Welt, die der unseren nahezu gleichgestellt ist. Hier fragt man sich, ob der Mensch verstehen kann… ausserhalb seiner eigenen Person. Gesellschaftskritische Themen, perfekt eingebettet in ein episches Album. 

Bereits der erste Song ‚Above the Continuum‘ ist eine fast 22-minütige Wucht, die sofort zeigt: Das ist Hällas! Die schwedische Adventure Rock Band präsentiert durch ‚Panorama‘ mit einer Mischung aus progressivem 70s Rock, Heavy Metal und Hard Rock, sowie psychedelischen Elementen ihren ganz persönlichen, gefestigten und wiedererkennbaren Sound. 

Fünf Songs umfasst das neue Album mit einer Gesamtspielzeit von knapp 44 Minuten, welches durch Äventyr Records am 30. Januar 2026 veröffentlicht wird. 

Der erste Song ‚Above the Continuum’ bildet zwar zeitlich die Hälfte des gesamten Albums, ist dennoch keineswegs zu lang oder gar langweilig! Er lässt einen in die Welt von Hällas eintauchen und durch diese ganz eigene musikalische Mischung auf besondere Art und Weise irgendwie in eine Art ‚Trance‘ verfallen. 

‚Face of an Angel‘ und ‚The Emissary’ sind bereits vorab als Singles veröffentlicht worden und bieten einen extrem guten Vorgeschmack auf das neue Album, denn eigentlich beginnt man direkt zu tanzen! Galoppierender Sound, der catcht! 

Gefolgt von ‚Bestiaus‘, einer Ballade, eindeutig begleitet durch den zarten, doch imposanten Klang eines Pianos. Dieser Song geht direkt unter die Haut, insbesondere, als sich der Gesang in ein Duett verwandelt und im Anschluss durch düstere, kühle Sounds, Rauschen und Uhrenticken ausklingt. 

‚At the Summit‘, das Finale des Albums: episch und ruhig beginnend mit einer eher mittelalterlich klingenden Gitarre und Orgelsound im Hintergrund mit einem eindrucksvollen Break, welcher überschwenkt in einen progressiven Metal-Rock Part, der mitreißt. Steigernd und abflachend, sodass man immer gespannt auf den nächsten Part ist, da dieser bei Hällas nicht wirklich vorhersehbar ist. 

Zusammenfassend würde ich das Album guten Gewissens weiterempfehlen, denn es ist definitiv ein Album, auf das man sich freuen kann!
Live werden sie ebenfalls im Zuge einer Album Release Tour im Februar in Skandinavien und im März in Deutschland & Österreich zu sehen sein! 
25. Jan. 2026 | Buch Rezensionen

Mørkeskye #22 - Unverbesserlicher Fanzine-Firlefanz seit 1995

Seit mittlerweile 30 Jahren (wenn auch mit Unterbrechungen) geistert Thor Joakimsson mit seinem Mørkeskye mittlerweile durch die Underground-Musikszenerie und verbreitet auch darüber hinaus über verschiedenen Trollgroll in Moll!

Der jüngste Streich des streitbaren und umtriebigen Sauerländers (bekannt aus Radio, Funk, Fernsehen, Deftone, Legacy, Trollmusic Label, Prophecy Productions und, und , und… - Anm. d. Verf.), den es mittlerweile ins Rheinland verschlagen hat, bildet eine verspätete „Jubiläums-Ausgabe“ mit der Schnapszahl 22.

Im Herbst 1995 erschien die erste Ausgabe seines Fanzines, in der u. a. neben Confusion Corporation, C.M.F., Dismal, Hel und Varix The Third And The Mortal gefeatured wurden. Ebenfalls 1995 veröffentlichten die Wegbegleiter von Night In Gales ihre Demo-CD „Sylphlike“. Selbige befinden sich nicht erst seit dem jüngsten Album „Shadowreaper“ in ihrem dritten Frühling und als Night In Gales ankündigten, „Sylphlike“ zum dreißigjährigen Jubiläum noch einmal neu aufzunehmen, war klar, dass der Kreis geschlossen werden musste. Insofern kommen Night in Gales nicht nur in den Genuss einer umfassenden Story, sondern auch des ersten Posters in der Mørkeskye-Geschichte. Auf der „B-Seite“ haben sich die Brasilianerinnen von Crypta diese Ehre nicht minder verdient, sie werden darüber hinaus mit einem umfassenden Live-Review gewürdigt.

Drudensang sind nicht nur in vielerlei Hinsicht eine Band der Stunde und Black Metal war immer Teil-Essenz des Mørkeskye. Insofern ist es nur logisch, dass die Bajuwaren sozusagen in den Genuss der aktuellen Titelstory kommen. Nicht nur ästhetisch und visuell verdient, sondern auch inhaltlich. Denn Schwarzmetall kann, darf und muss vielleicht auch heute noch oder mehr denn je „gefährlich“ sein!

(...)Black Metal ist Brauchtum, wenn er ernst gemeint ist. Er bewahrt die Dunkelheit, die die moderne Welt verdrängen will. Wenn wir Druden, Luzier, Geister oder den Teufel besingen, dann sind wir nicht Folkloristen, sondern Priester. Unsere Musik ist nicht Pflege, sondern Wiedererweckung. Ein toter Brauch ist wertlos – nur ein blutender lebt.(…)

Mit einer langen Story werden auch die Death-Cruster von Phantom Corporation um Leif Jensen gewürdigt. Mit den deutschen Grindcore-Urgesteinen Depression tauchen weitere persönliche Wegbegleiter von Thor einmal mehr in seinem Fanzine auf. Das gilt ebenso für Andreas Hedlund aka Vintersorg, der nicht nur mit „Vattenkrafternas Spel“ im vergangenen Jahr ein neues Album veröffentlicht hat, sondern der den Chef-Troll auf seinem Weg nicht nur begleitet, sondern über die Jahre nachhaltig inspiriert hat!

Mit den Melodic-Deathern von Fragments Of The Unbecoming geht es anlässlich von „Dawnbringer“ (2025) wiederum in den deutschen Underground, in dem viele etablierte Bands aus der zweiten Reihe seit einiger Zeit eine späte Anerkennung erfahren.

Frisch und unbedarft wird es mit Impurity, die mit „The Eternal Sleep“ im vergangenen Jahr in gewisserweise den Vogel und fast sogar ihre Landsmannen von Lik "(Necro") abgeschossen bzw. aus em Stand den Rang abgelaufen haben. Hier schickt sich eine weitere Band - geadelt von Skogsberg und Swanö - an, das Feuer von Entombed und Dismember in eine neue Ära zu überführen.
Ein einzelner Schwede, genauer gesagt Nicklas Rudolfsson, kommt weiterhin umfassend über sein Projekt Runemagick sowie das aktuelle Werk „Cycle Of The Dying Sun (Dawn Of Ashen Realms)“ zu Wort.

Mit Gegenentwurf, Undarth, Vendul oder Darben werden weitere „Talente entdeckt“.

Die Rezensionen sind wie immer sehr ausführlich gehalten, musikalisch seien hier besonders Nephasto hervorgehoben.

Auf die Kollegen vom Krachmanifest (#9) und vom Allerleirauh (#6) wird selbstverständlich verwiesen. Außerdem gibt’s ´nen Bericht vom Dark Dungeon Festival lll in Belgien sowie vom Gothic Literature Festival in Bacharach am Rhein.

  

Fazit:

Mørkeskye lebt! Auf die nächsten 33 Ausgaben! Prost, Thor!



Mørkeskye #22 ist wie folgt erhältlich:

Paypal: thor klammeraffe trollmusic punkt net

7,50 € für Ausgabe #22 inkl. unvers. Versand in Deutschland
9,00 € für Ausgabe #22 inkl. unvers. Versand ins Ausland
 
Einige Restexemplare von #20 und #21 sind ebenfalls noch erhältlich.
Mørkeskye #21 : 72 Seiten, Interviews u.a. mit Abigor, Gràb, Uprising, Abo Alsleben, Urisk u.v.m.
Mørkeskye #20 : 64 Seiten, 16 Interviews u.a. mit Hulder, Karner, Vinsta, Blazing Eternity u.v.m.
 

24. Jan. 2026 | Musik Reviews

Gabrielle De Val – Time To Die – EP

Der etwas düster klingende Titel der neuen GABRIELLE DE VAL EP „Time To Die“ könnte etwas missverständlich sein. Doch keine Sorge, mit der Veröffentlichung sagt die deutsch-spanische Rockröhre keineswegs ihr Ende voraus, sondern macht Lust auf ihr noch in diesem Jahr erscheinendes Album „Revolution“.

Eines ist klar: Wenn das komplette Album so stark wird wie „Time To Die“, welches von Tommy Denander gemischt und gemastert wurde, dann dürfte „Revolution“ den bereits sehr starken Vorgänger „I Am The Hammer“ noch in den Schatten stellen. Mit „The Jig-Saw-Man“ und dem von Denander geschriebenen AOR-Smasher „Shine“ enthält die EP zwei „Überbleibsel“ aus der „I Am The Hammer“-Session. Und wer dermaßen starke Stücke als „Ausschuss“ zurückstellen kann, der dürfte auch in durchaus turbulenten Zeiten wie heutzutage nachts gut schlafen. Den Abschluss und einen weiteren Höhepunkt unter Höhepunkten bietet die Originalversion von „Hold On“, welche auch vor mehr als einer Dekade bereits mit Mick Devine im Duett dargeboten wurde. Die damalige Version wurde auf dem Album „Kiss In A Dragon Night“ veröffentlicht und unterscheidet sich doch an einigen Stellen deutlich von der nun präsentierten Version. Und im direkten Vergleich geht die 2026er-Version als klarer Sieger aus dem Ring. Viel besser kann man eine Rock-Ballade nicht machen.
Mit „Time To Die“ setzt uns GABRIELLE DE VAL einen Appetithappen vor, der einem wahrlich das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Fans von ROBIN BECK & Co. sollten an dieser wunderbaren EP nicht vorbeigehen – zumal die physische Version auf 500 Einheiten limitiert und lediglich in den Shops des Labels sowie der Künstlerin selbst erhältlich ist. Alle anderen müssen mit der digitalen Version Vorlieb nehmen.
24. Jan. 2026 | Musik Reviews

Udreka – Nieistnienie

Ohne über besonders große Expertise zu verfügen, würde ich behaupten, dass Polen neben den skandinavischen Ländern über die fruchtbarste Black Metal Szene verfügt und neben den etablierten Galionsfiguren wie BEHEMOTH auch immer wieder neue Knospen treibt. UDRĘKA sind ein Beispiel dafür.

Das Artwork wirkt mit seiner schlichten Interpretation einer Skulptur des Artemis Tempels eher unaufdringlich, fast unauffällig. Ein szenetypisches Logo fehlt ebenfalls. Die Polen, die sich erst 2022 gegründet und 2023 eine erste EP veröffentlicht haben, wollen also offenbar durch ihre Musik Akzente setzen und punkten. Ob die Truppe, die, mit Ausnahme von Drummer Desolator, musikalisch bislang unbeschriebene Blätter zu sein scheint, in ihren Songs von Luft und Liebe oder doch eher von satanischen Riten singt, lässt sich für den normalen Mitteleuropäer nicht auf Anhieb erkennen, denn UDRĘKA singen auf Polnisch. Sollte nun ausgerechnet das rasende „Zniszczyć Zbudować Powtórzyć” als Lieblingssong auserkoren werden, wünsche ich schon mal viel Spaß beim Fachgespräch mit den Kumpels am Tresen. Musikalisch lassen die Polen verschiedene Einflüsse in ihre Musik einfließen, so dass wir es nicht mit einer typischen Black Metal Produktion zu tun haben. Vielmehr werden die Grundzutaten fröhlich mit Akzenten aus dem Death Metal sowie dem Hardcore oder Crust versehen. Das Ergebnis ist ein meist recht eingängiges, aber doch brutales Gemisch. Songs wie „Do bólu” oder das titelgebende “Nieistnienie” können durchaus überzeugen. Ihre stärksten Momente hat die Band aber dann, wenn sie das Tempo drosselt, wie im gelungenen „Rozkład“, welches im Deutschen sowohl „Fahrplan“ als auch „Zersetzung“ bedeuten kann. Möglicherweise also ein Song über die Zersetzungserscheinungen bei der Deutschen Bahn. Mit ihrem Debüt „Nieistnienie“ liefern die Polen UDRĘKA für ausgewiesene Szenegänger sicherlich keinen Meilenstein ab.

Für Gelegenheits-Black-Metaller wie mich, stach das Album dennoch aus der Masse der täglich in meinem Postfach eintrudelnden Schwarzmetall-Veröffentlichungen heraus. UDRĘKA finden eine gute Balance aus verschiedenen Einflüssen, die sie in aggressive Songs gießen.
24. Jan. 2026 | Hörspiele

Hanni und Nanni - Warum denn ausgerechnet Internat Lindenhof? (1), Freundinnen für immer! (2), Ein heimlicher Gast auf Lindenhof (3)

Im letzten Jahr feierten HANNI UND NANNI die 80. Hörspiel-Folge und gleichzeitig den Abschied vom alten Cast und Produktionsteam um Heikedine Körting. Doch frei nach Hermann Hesse wohnt bekanntlich jedem Ende ein Anfang inne und so liegen mittlerweile die ersten drei Folgen der neu aufgelegten Hörspielabenteuer aus dem Internat Lindenhof vor.
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Julia Ostrowski tritt in die Fußstapfen von Heikedine Körting und die Jugendbuchautorin Uticha Marmon übernimmt die Rolle von Andrè Minninger, so dass schon das Team an der Spitze eine deutliche Verjüngung erfahren hat. Luise Helm tritt als Erzählerin die Nachfolge von Lutz Mackensy und Hans Paetsch an und macht ihre Sache gut. Und in dieser Hinsicht kann auch für den Rest des Castes Entwarnung gegeben werden, denn es ist gelungen, junge, frische Stimmen zu finden, die aber nicht zu sehr ins Alberne abdriften. Magdalena Montasser (Hanni), Valentina Bonalana (Nanni) & Co. füllen die Rollen der Internatsbewohner glaubhaft und durchaus mit Blick auf die Ursprünge der Serie aus. Während man den überlangenund dazu noch ziemlich grausamen Titelsong erstmal überstehen muss, können die Illustrationen aus der Feder von Hanna Wenzel absolut überzeugen. Sie findet eine gute Balance zwischen Tradition und Moderne, wobei die Artworks ganz klar den Geist der frühen Illustrationen aufnehmen – und glücklicherweise nicht den KI-Ansatz der letzten Folgen. Die Rahmenbedingungen stimmen also, aber wie sieht es mit den Geschichten aus? 

Auch in dieser Hinsicht wird das Rad nicht neu erfunden und eine zwanghafte Anbiederung an vermeintlich jugendliche Hörbedürfnisse unterbleibt zum Glück. Stattdessen werden dem Hörer traditionelle und doch frische Abenteuer geboten, die man sich gerne mit den eigenen Kindern anhört, ohne sich zu jeder Sekunde zu fragen, wer sich den Schwachsinn ausgedacht hat. Insofern ist der Übergang von der alten Serie zum Relaunch recht sanft ausgefallen, was mir gut gefällt, da HANNI UND NANNI nicht zwanghaft verjüngt wurden. Beispielsweise kommen die jugendlichen Protagonistinnen auch weiterhin ohne Mobiltelefone und Social Media aus.
In der Pilotfolge wird die traditionelle Handlung des ersten Enid Blyton-Romans aufgegriffen und die Zwillingsschwestern wehren sich mit Händen und Füßen gegen den Schulwechsel nach Lindenhof. Nur um am Ende festzustellen, dass sie ausgerechnet in Lindenhof neue Freunde und ein neues Zuhause finden werden.
Im zweiten Teil wird die Grundlage für weitere Hörspielabenteuer um die Sullivan-Zwillinge gelegt: Nanni stößt in der Bibliothek auf ein altes Tagebuch, das die Geschichte dreier unzertrennlicher Freundinnen erzählt. So scheint es, denn ein Unfall führte seinerzeit zum Bruch der Freundschaft und Hanni, Nanni und ihre Freundinnen begeben sich auf Spurensuche in den alten Jahrbüchern Lindenhofs. Dabei machen sie erstaunliche Entdeckungen. Zudem kommt eine Neue nach Lindenhof und auch sie trägt ein Geheimnis mit sich herum. Genug Stoff also, um den tristen Internatsalltag aufzupeppen. hun 03

Das dritte Abenteuer beginnt am Straßenrand. Denn statt für ihre Prüfungen zu büffeln, geht Hanni joggen und findet dabei einen verletzten Hundewelpen. Da sich Hanni und Lou dazu entschließen, den Hund zum Tierarzt zu bringen, verpasst Hanni ihre Nachprüfung. Nanni springt ein, doch leider bleibt diese Täuschung nicht lange unbemerkt. Werden die Zwillinge und ihre Freundinnen einen Ausweg aus dieser Zwickmühle finden? Findet es heraus.
Fazit: Die Neuauflage dieses Klassikers der Kinder- und Jugendliteratur ist rundum gelungen, was neben den unterhaltsamen Geschichten auch daran liegt, dass man mit Bedacht und Fingerspitzengefühl zu Werke gegangen ist. Das Ergebnis sind liebevoll gestaltete und produzierte Abenteuergeschichten ohne große Schockmomente oder Anbiederungen an vermeintliche Erfordernisse des Zeitgeistes. Und dennoch wirken die Hörspiele zeitgemäß und nicht altbacken. Gut gemacht, Hanni und Nanni!









20. Jan. 2026 | Musik Reviews

Deathraiser - Forged In Hatred

Ein starker Start in das Thrash-Jahr 2026

Die Brasilianer spielen Thrash wie ich ihn mag. Klar drängt sich da dann immer der Vergleich zu SEPULTURA auf und klar ist dieses Album nicht so stark wie ´Beneath The Remains´ (der Skull auf dem Cover weckt leichte Assoziationen) was aber nicht bedeutet, dass es nicht sehr gut sein kann. Und das ist es. Wer KREATOR in der Phase von ´Terrible Certainty´ und ´Extreme Aggression´ mag (und welcher halbwegs normale Mensch tut das nicht?), wird hier Kraftfutter für den Nacken finden. DEATHRAISER spielen riffbetonten Thrash, der in unterschiedlichen Tempi zu gefallen weiß. Klar gibt es auch ein paar Gitarrenleads und Soli, die aber sind nie so von klassischem Metal beeinflusst wie es bei neueren Veröffentlichungen von DESTRUCTION oder eben KREATOR der Fall ist. Diese Platte ist wohl wirklich aus Hass geformt, da hat Dulligkeit keinen Platz. Was würde ich feiern wenn das neue Album von KREATOR wie ´Forged In Hatred´ klänge. Ich will hier gar kein Song herausheben, die bewegen sich alle auf hohem Niveau. Mit dem Instrumental ´Symphony Of Violence´ zeigt die Band, dass sie auch ohne Vocals spannend bleibt. Dann ist da ja beim Thrash immer die Frage der Vocals, auch die überzeugen mich durch die Aggression und erinnern etwas an Mille Ende der 80ger.

Klar gibt es für dieses Album keinen Innovationspreis, aber den gibt’s für ein kühles Flens am Sommerabend ja auch nicht - und es geht trotzdem runter wie Öl.
19. Jan. 2026 | Musik Reviews

Ligation - After Gods

Finnland ist nicht gerade für Death Metal von der Stange bekannt, und auch Ligation machen da keine Ausnahme.

Das Trio bedient sich landestypischer Trademarks, aber auch eher unüblicher Stilmittel. Bekannt sind ja tiefer gestimmte Gitarren, abgrundtiefe Growls, doomige Passagen und ein gewisser Hang zur Dissonanz. Das erschafft dann die typisch düstere und verstörende Atmosphäre vieler finnischer Death Metal Bands. In Sachen verstörender Sounds gehen LIGATION noch einen Schritt weiter.
Die wilde Fahrt startet eher rockig, die Samples und Geschwindigkeitsausbrüche sind noch genretypisch. Zum Ende des Tracks entgleist der Zug und gibt einen ersten noisigen Vorgeschmack. Auch das folgende ´Turmoil in Everest´ ist zu Beginn und im Chorus noch eingängig. Dann aber kommt erstmal das Saxophon ins Spiel. Das klingt aber nicht wie in ´Garden of Cyrus´ auf dem wohl leider letzten AT THE GATES Album (R.I.P. Tompa). Mir kommen eher PAINKILLER mit Mick Harris und deren irrwitziges Jazz-Grind ´Guts of a Virgin´ Album in den Kopf. So weit gehen die Finnen dann aber nicht. Es gibt weiterhin eingängige Parts, die aber immer wieder von chaotisch noisigen Teilen abgelöst werden. Bei manchen Songs wie ´Eruption´ klingt das dann sehr nach Industrial, was ja beileibe nichts Schlechtes ist. Mit ´Reflection´ bildet ein fast zehn minütiger Monolith den Abschluss. Der Track beginnt getragen und steigert sich geschickt. Es geht fett und doomig zur Sache, die Riffs erinnern an WINTER, da ist nichts mit Funeral Doom Versonnenheit. Auch hier geibt es wieder die noisigen Einschübe, insbesondere durch das Saxophon. Ich habe nie den Eindruck, dass LIGATION lediglich der Krassheit wegen so noisig zu klingen. Länge, Art und Platzierung machen innerhalb der Songs Sinn. Als Bonus gibt es dann noch drei Tracks, die die Band bisher auf zwei Splits herausgebracht hat. Die sind stilistisch sehr ähnlich, haben sie doch maximal knapp drei Jahre auf dem Buckel. Das Hauptriff von ´Earthlings´erreicht fast die Heavyness von CROWBAR und ´Seraphic Gluttony´ beweist, dass auch triolische Songs ganz ohne Schunkelfaktor auskommen können. Hoffentlich bringt einer der in der Nachweihnachtszeit unterbeschäftigten Engel, diese sehr frohe Kunde in das AMON AMARTH Bandlager.

Unterm Strich liefert ´After Gods´ verstörenden Death Doom, der mit jedem Durchlauf dazugewinnt. Das ist weit weg von Easy Listening, wenn ihr dem Album ein bisschen Zeit und Mühe gebt, wird es euch dies reichlich zurückzahlen.
18. Jan. 2026 | Musik Reviews

OPETH - The Last Will and Testament

Die Neuerscheinungen von kaum eine Band werden so kontrovers diskutiert wie die von OPETH. So veröffentlichten die Schweden in den Neunziger Jahren quasi die Blaupausen des Progressive Death Metal und schlugen nach der Jahrtausendwende die „Doppel“-Alben „Damnation“ und „Deliverance“ ein, wie eine Bombe. Anschließend ging es dann ruhiger und rockiger zu und die Zehner-Jahre waren geprägt von Ausflügen in jazzigere Gefilde mit hohem 70er-Vibe. Umso mehr steht nun das neue Release „The Last Will and Testament” im Zentrum der Aufmerksamkeit. Haben Opeth hier ihr Vermächtnis gemacht? In den ersten sieben Songs ("§1" bis" §7") fällt sofort die musikalische Rückkehr zu alten Tugenden auf: Progressive Gitarrenläufe gibt es en masse, die wilden Hippie-Jahre sind vorbei, Mikael Åkerfeldt darf wieder growlen und Fans der alten Stunde laufen wohlige Schauer den Rücken herunter. Außerdem gibt es viel zu erzählen aus dem Testament, eine ganze Familiengeschichte wird ausgebreitet, sodass die Songs eher wie ein musikalisches Hörspiel mit lauten und leisen Höhen und Tiefen daherkommen und keinen typischen Strophe-Bridge-Refrain-Charakter aufweisen. Aber wer erwartet das bei Opeth schon!
Der letzte Song „A Story Never told” versöhnt dann die Herzen und ist als Fazit zu sehen. Sanfte, fast träumerische Melodien runden das Album ab und lassen vor allem Fans, die mit den letzten Alben nicht so viel anfangen konnten, genauso versöhnt zurück.
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