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Vega – Battlelines

| Thorsten Zwingelberg | Musik Reviews

Die Welt ist eine Scheibe. Zumindest musikalisch, denn VEGA und ihr achtes Studioalbum „Battlelines“ geographisch zu verorten, dürfte schwerfallen. Macht aber nichts, denn die Songs sprechen auch so für sich.

Gründungsvater und Frontmann Nick Workman hat zwar wieder den Hauptteil des Songwritings übernommen, aber dieses Mal auch Schützenhilfe von Drummer Pete Newdeck bekommen. Das Ergebnis kann sich wahrlich hören lassen, denn die Briten etablieren sich als beinharte Konkurrenten zu Bands wie ECLIPSE, H.E.A.T. und Co, drehen den Härtegrad in Sachen Gitarrenarbeit aber deutlich höher, was teilweise auch Erinnerungen an PRETTY MAIDS aufkommen lässt.
Mit der ersten Single „Heros And Zeros“ zeigen VEGA gleich zu Beginn des Albums, dass sie es mit ihrer Prämisse „Everything Bigger“ ernst meinen. Der Chorus ist zweifellos stadiontauglich und hat jede Menge Ohrwurmpotential. Dies gilt ebenso für „Killers“, welches ebenfalls mit einem geilen Chorus begeistern kann.
Spätestens mit dem titelgebenden Track und dem folgenden „Love To Hate You“ zeigen VEGA ihre härtere Seite, wobei auch deutlich wird, dass neben Einflüssen wie DEF LEPPARD, BON JOVI & Co auch moderne Bands beim Komponieren Pate gestanden haben. Ruhiger geht es in „Into the Fire“ zu, bevor „Run With Me“ wieder kraftvoll in die Pedale tritt. Richtig aufhorchen lässt aber erst „God Save The King“, welches wieder bemerkenswerte Melodien und Arrangements aufweisen kann – auch wenn sich mancher Fan am „UlalaUlala“ Part stören dürfte. Mit „Gotta Be You“ gibt es dann einen amtlichen Rausschmeißer, bei dem auch Frontmann Nick nochmal Vollgas gibt.
Mit „Battlelines“ ist VEGA ein amtliches Hard Rock Album gelungen, welches geschickt zwischen 80er Melodien und knackigen Riffs á la PRETTY MAIDS & Co changiert, ohne dabei den roten musikalischen Faden zu verlieren. Die großen Hits finden sich im ersten Drittel und am Schluss, so dass man dem Werk leider auch attestieren muss, nicht über die gesamte Spielzeit relevant zu sein. Gerade im Mittelteil wirken Songs etwas austauschbar, auch wenn sie nicht schlecht sind. Doch an Smashern wie „Heros And Zeros“, „Killers“ oder auch dem leicht punkigen „Gotta Be You“ kommt man eigentlich nicht vorbei.