Master - Paul Speckmann im Interview

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Master - Paul Speckmann im Interview

Hi Paul, zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zu einem wieder mal guten Album.

Danke Dir! Wir bringen unsere Herzen und Seelen in jedes Album ein und hoffen, weiter auf der Metal-Leiter hinaufzuklettern. Das ist zwar schwierig, aber wir spielen ja auch um die 100 Gigs im Jahr. Dieses Leben ist gar nicht so schlecht.

Was treibt dich nach all den Jahren noch an?

An sich selbst zu glauben ist für mich das Geheimnis des Erfolgs. Ich mag noch immer das Gefühl, wenn ich auf die Bühne gehe und die Leute jubeln und die alten Songs mitsingen. Das kann durch nichts anderes auf der Welt ersetzt werden. Manche sehen das Musikmachen als Hobby, für mich ist es ein way of live. Ich werde immer polarisieren so lange ich lebe. Ich spiele Musik, so kann ich meine Gedanken und Meinungen mit Menschen aus der ganzen Welt teilen.

Du hast in der ganzen Welt getourt und dabei viele Länder gesehen. Was war neben den geringeren Lebenshaltungskosten der Ausschlag dafür, dass du in die Tschechische Republik gezogen bist?

Das hatte nichts mit der finanziellen Situation zu tun. Ich bin bei 2000 Krabathor eingestiegen und habe nicht zurückgeblickt. Die Band hat sich 2003 aufgelöst. Da hatte ich mir dort schon ein Leben aufgebaut und bin geblieben. Ich finde es gibt und gab in Europa mehr Freiheit, also lebe ich nun hier.

Es gibt in letzter Zeit ja einige Reunions von Death Metal Bands wie Autopsy oder Morgoth. Ich habe den Eindruck, dass die oft mehr Aufmerksamkeit bekommen als die Bands, die wie MASTER permanent dabei waren, was zum Teil etwas unfair ist. Wie stehst du dazu?

Ich wünsche diesen Bands alles Gute, aber es gibt sicher nichts Besseres als ein Original, das immer dabei war und sich nie aufgelöst hat. Es wird also nie eine MASTER Reunion Tour geben, denn wir waren nie weg.

Du könntest ja eine Reunion Tour mit Deathstrike machen, das Album wurde ja gerade wieder veröffentlicht.

Am 8. September spielen wir auf dem Death Doomed The Age in Bayern die Deathstrike und die erste Master Scheibe live. Ich freue mich genau so sehr darauf wie die Fans. Die Band hat sich ja kurz nach dem ersten Demo aufgelöst, sodass es nie ein Konzert von Deathstrike gab.

Du hast in vielen Bands und Projekten gespielt. Wie hast du entschieden, welcher Song oder sogar welches Riff du für was benutzt?

Heutzutage konzentriere ich mich nur noch auf MASTER, sodass diese Frage gar nicht mehr aufkommt.

In deinen Texten schreibst du nicht über Gemetzel, sondern über reale Missstände. Bleibst du auch aufgrund dieser Themen wütend und glaubst du, dass Bands ihren Status dafür nutzen sollten, „richtige“ Statements abzugeben?

Die Wahrheit ist immer eine harsche Realität. Fiktion ist für Bücher. Ich lese gern, aber wenn es um Musik geht, sind mir wahre Themen lieber. Wir leben in einer heftigen Zeit mit zu viel Kontrolle. Die neue Elite wie Angela, Barrak etc. haben heute zu viel Macht. Banken und politische Organisationen haben zu viel Geld und Kontrolle über das Alltagsleben der Menschen und die Freiheit wird zu etwas, was der Vergangenheit angehört. Es ist an der Zeit, dass die Jugend eine Rebellion organisiert und die Schweinebäuche vom politischen Thron verjagt. Ich glaube, dass man mit Satanischen Texten mehr Platten verkaufen kann, aber wie gesagt, Fiktion ist etwas für Bücher. Glaube an dich selbst.

Du bist schon sehr lange dabei, gibt es noch etwas, was du als Musiker erreichen willst?

Sicher würde ich mich freuen, auf größeren deutschen Festivals zu spielen, aber auch das ist Politik und ich bin kein Arschkriecher wie viele andere Bands dort draußen.

Der Bart ist ein Trademark geworden. Was muss dir jemand bieten, damit du ihn abrasierst? Wacken zu headlinen, Weltfrieden oder die Wiederauferstehung von Chuck Shuldiner?

Nichts von dem Genannten. Ich habe Jahre gebraucht um dieses Image aufzubauen und ich werde damit sterben. Man sieht alle diese bescheuert aussehenden Menschen auf Festivals, von denen einer aussieht wie der andere. Ich stamme aus der „Old School“: Deep Purple, Zepplin. Die Jungs hatten ein Image, das zu der Musik passte, wie ich.

Willst Du noch was loswerden?

Klar, geht raus und kauft euch The New Elite, lest die Texte und lernt etwas. Bildung ist heutzutage wichtig. Ihr könnt das Album auch illegal runterladen, aber das schmerzt mein Portemonnaie, ihr billigen Fucker. Support music don't steal it!

Line Up

Paul Speckmann - Vocals/Bass
Alex Nejezchleba - Guitar
Zdenek Pradlovsky - Drums