OSUKARU Interview mit Oz Hawe Petersson

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OSUKARU Interview mit Oz Hawe Petersson
Schweden ist und bleibt eine schier unerschöpfliche Quelle für Musik jedweder Couleur. Bereits seit einer Dekade gehören auch die aus Göteborg stammenden OSUKARU dazu, doch so stark wie auf ihrem aktuellen Album „Starbound“ klangen die Nordmänner noch nie. Ein guter Grund also, um mit Gitarrist Oz Hawe Petersson über diesen Griff nach den Sternen zu sprechen.

Wellen kommen und gehen: OSUKARU rocken seit 2009 hart. Seht ihr euch als Teil der sog. New Wave of Swedish Sleaze?


Der Entschluss OSUKARU zu gründen reifte in mir im Herbst 2009 als ich merkte, dass meine Band EYE nicht funktionierte. Ich habe ein Line-Up zusammengestellt, das aus Freunden und einem Sänger namens Philip Lindstand, damals Sänger von STRONG, heute Mitglied zahlreicher Frontiers Projekte, bestand. Wir veröffentlichten Anfang 2010 eine Single, bevor ich merkte, dass ich das Ganze auch eine Stufe höher hieven könnte. Ryan Coyle (Drums 2010-13) und ich suchten also neue Mitglieder und etwas später im Jahr wurde unsere erste EP „GBG2LA“ (kurz für „Gothenburg To Los Angeles“) veröffentlicht.
Ich würde uns nicht als Sleaze bezeichnen, damals schon gar nicht. Unsere ersten Veröffentlichungen waren sehr Pop-Rock orientiert. Erst seit dem Einstieg von Sänger Fredrik Werner 2012 begannen wir mit den härteren Sounds – und dem Schmutz (lacht!) – zu experimentieren.

Leider bekommen OSUKARU momentan aber nicht dieselbe Aufmerksamkeit wie Bands wie CRAZY LIXX, H.E.A.T. oder ECLIPSE. Würdest du zustimmen? Da ihr sicherlich genügen Klasse Songs habt um mit diesen Bands mitzuhalten frage ich mich nach dem Grund dafür.

Vielen Dank für das Kompliment. Ich habe tatsächlich eine sehr einfache Antwort: Wir hatten nicht dieselbe Promotion wie diese Bands. Unsere ersten beiden EPs und unser Debüt „Salvation“ waren Eigenproduktionen und alle anderen Alben wurden über kleine Labels mit kleinen Budgets veröffentlicht. Hinzu kommt, dass wir noch dabei waren unseren Stil zu finden. Dieser ganze extra „umph“ kam erst mit „Starbound“, denn dieses ist das erste Album mit einem größeren Label und einer großartigen PR-Agentur im Rücken.

Meiner Meinung nach ist Fredrik ein wirklich starker Sänger, der perfekt zu eurem Sound passt. In der Vergangenheit hattet ihr verschiedene andere Sänger ausprobiert, auf „Triumphant“, „Transition“ und „The Labyrinth“ waren es sogar zwei Sänger bzw. Sängerinnen, was für meinen Geschmack nicht besonders gut funktioniert hat. Stellt „Starbound“ in dieser Hinsicht nun die perfekte Situation dar?

Wir haben viele Ideen ausprobiert, mussten aber schließlich feststellen, dass es keinen Sinn macht etwas reparieren zu wollen was gar nicht kaputt ist. Was du auf „House of Mirrors“ und „Starbound“ hörst ist das Fundament für OSUKARUs Fortschritt.

Wenn wir schon über „Triumphant“ sprechen. Das Album zündet nicht so sehr wie „Starbound“ und stellt wohl ein Beispiel für eure Suche nach dem passenden Stil dar, oder? Was habt ihr denn dieses Mal besser gemacht?
 

“Triumphant” war ein “was passiert, wenn?“ Experiment. Ich habe ein siebenköpfiges Line Up zusammengestellt. Außer Ryan Coyle, der die Drums auf der Hälfte des Albums einspielte, waren es alles neue Leute. Es liegen acht Jahre und einige Alben zwischen „Triumphant“ und „Starbound“ und ich würde sagen, dass wir gewachsen sind und uns selbst gefunden haben. Man lebt und wächst, aber ich bin mir nicht sicher, ob wir „Starbound“ ohne „Triumphant“ hätten machen können.
Rückblickend würde ich sagen, dass die Straße für uns etwas uneben gewesen ist, aber ich bin auch dafür dankbar. Es ist ein Teil unserer DNA und hat uns geholfen die Band zu sein, die wir heute sind.

Für meinen Geschmack stellt “Starbound“ ein perfektes 80s Metal „Remake“ dar: perfekter Sound, perfekte Songs und alles passt einfach perfekt zueinander. Habt ihr bestimmte 80er Jahre Alben als Referenz für Sound und Songs genutzt?

 Vielen Dank für dein Lob!
Wir haben nicht unbedingt versucht die 80er wiederherzustellen. Wir haben nur die Art von Musik die wir lieben geschrieben und aufgenommen. Wir haben aber auch nicht versucht das Album aktuell oder modern klingen zu lassen. Ich glaube, dass sich viele Bands heute so sehr auf diese Dinge konzentrieren, dass Herz und Seele auf der Strecke bleiben – doch dies sind die wichtigsten Dinge. Für mich ist diese Art von Rock N‘ Roll keine 80er Musik – er ist zeitlos!
Trotzdem muss ich sagen, dass ich für das Songwriting in meine Jugend in die 90er zurückgekehrt bin. Ich habe versucht Songs zu schreiben, die mich heute so berühren würden wie damals die LPs meines Vaters als ich 10 oder 11 Jahre alt war. Letztlich sind wir aber zu gleichen Teilen auch von guter Pop Musik und Country beeinflusst, wie von Classic Rock und Heavy Metal. All das steckt in den Songs.
 
Die CDs von “Starbound“ und dem Vorgänger „House of Mirrors“ gehen für stolze 18 Euro über den (virtuellen) Ladentisch und sind nicht bei allen Händlern sofort verfügbar. Wie kommt es zu Lieferzeiten von zwei Wochen und diesen Preisen? Glaubst du, dass Preise wie 5-7 Euro grundsätzlich zu niedrig sind für eine CD?

Wir haben keinen Einfluss auf die Verfügbarkeit unserer Alben, das ist Sache des Vetriebs und des Labels. Wenn du nach einem angemessenen Preis für eine CD fragst, so würde ich sagen, dass 10-12 Euro ein angemessener Preis sind.

So oder so, die Anschaffung lohnt sich auf jeden Fall. Vielleicht gibt es ja die Gelegenheit am Merch-Stand auf einer Tour. Gibt es Pläne?

Da kannst du Gift drauf nehmen. Wir können es kaum erwarten nach Deutschland zu kommen, um die neuen Songs für euch alle zu performen.







(c) Pic: PRomo/AOR Heaven Rec.

Line Up

Oz Hawe Petersson (Rhythm & lead guitar, backing vocals), Fredrik Werner (Lead vocals, lead & rhythm guitar), Olof Gadd (Bass, backing vocals), CD (Drums, percussion)
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