Vollkommene Unvollkommenheit? – Andi von MELANCHOLIC SEASONS im TWILIGHT Interview

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Vollkommene Unvollkommenheit? – Andi von MELANCHOLIC SEASONS im TWILIGHT Interview
Frisch vom Hörtest, kann ich behaupten, ein Gehör wie ein Neugeborenes zu haben. Insofern fällt die Theorie des Kollegen Trillmich bzgl. meiner musikalischen Vorlieben und eingeschränkter Hörfähigkeit schonmal flach. Durch ärztliche Autorität gestärkt und in der festen Überzeugung einfach einen besseren Musikgeschmack zu haben, als der Großteil meiner Kollegen, mache ich mich auf, um einer der vielversprechendsten deutschen Melodic Death Metal Bands auf den Zahn zu fühlen. Immerhin hatten MELANCHOLIC SEASONS mit „The Crypt Of Time“ just eines der stärksten Alben dieses Jahres in ihrem Genre veröffentlicht. Gründungsmitglied Andi nahm sich die Zeit, um meine Fragen zu beantworten.

Nach den ganzen „Unwegsamkeiten“ im Vorfeld, erscheint mir „The Crypt Of Time“ wie eine „Alles oder Nichts“ Scheibe, bei der ihr nochmal alles in die Waagschale geworfen habt. Wolltet ihr es dieses Mal wirklich nochmal wissen oder woher habt ihr die Motivation genommen?


Ja, also das Feeling einer „Alles oder Nichts“-Scheibe war in der Rückschau nicht so der Antrieb. Eher bildet die Scheibe einen Zwischenschritt zu noch ganz vielen Ideen und Vorhaben, die uns in der Gesamtheit motivieren. Es gab in einigen Rezensionen zur „Melancholia“ (2017) immer mal Unverständnis, warum wir trotz unserer langen Bandbio so wenig Alben produziert haben. Dazu eben auch nie im Studio waren, sondern eher soundmäßig durchwachsene Outputs hatten. Das war uns selbst natürlich auch bewusst. Deshalb hatten wir uns mal im Proberaum zusammengesetzt, ich meine das war im Frühsommer 2015. Wir waren damals mal wieder zu dritt und haben für uns beschlossen, dass wir uns nicht mehr von Line-Up-Schwierigkeiten bremsen lassen wollen. Stattdessen sind wir in der Probe auf Drumcomputer umgestiegen. So wurden wir da unabhängig von unserem Drummerproblem. Wir haben uns gesagt, wir haben so viele Songs, die wollen wir endlich mal aufnehmen. Wir mussten uns da natürlich auch erstmal mit den technischen Möglichkeiten beschäftigen, uns da reinfuchsen und ein gutes Setup für uns finden. Daran haben wir zusehends gefeilt. Ergebnisse waren eben die „Melancholia“ und dann die „Martyrium“ (2018). Diesen beiden Scheiben, die eben auch Gehversuche waren, waren für uns ein enormer Lernprozess. Und damit die Grundlage für die „The Crypt Of Time“. Uns war selbst klar, dass wir da qualitativ nachlegen wollten. Wir kamen da in eine neue Phase der Möglichkeiten.

Ihr habt ja nicht nur in Sachen Songwriting ordentlich zugeschlagen, sondern auch das Bandlogo überarbeitet, ein tolles Artwork entworfen und dem Album eine fette Produktion verpasst. Wie aufwendig war es, all diese Dinge in der vorliegenden Form umzusetzen?


Das neue Bandlogo, das Cover zur „Crypt“ und die Produktion waren auf dem geschaffenen Fundament die nächsten Entwicklungsschritte. Schaffensprozesse sind ja immer auch Sachzwängen unterlegen, die sich überlagern. Als wir uns mit dem Proberaum-Setup befasst haben, hatte das zunächst oberste Prio, da war kein Raum für andere Dinge. Aber so setzt sich ja dann auch das Banduniversum zunehmend zusammen. Und ich finde es immer äußerst spannend, wenn es dann Möglichkeiten gibt, sich mit Neuem zu beschäftigen, wenn der Horizont dafür frei wird.
Man muss natürlich auch auf die richtigen Menschen treffen. Da hatten wir mit Max (Cursedhand_Art) für das Cover und Manu von den Überlärm-Studios richtiges Glück. Wir wussten ja vorher auch nicht, was dabei herauskommt. Aber mit den Ergebnissen sind wir derart zufrieden, dass wir weiterhin zusammenarbeiten wollen und werden. Das sind tolle Jungs, die jenseits von Allüren oder Verkaufsstrategien schlicht ihrer Kunst- und Musikbegeisterung folgen und diese leben.   

Die Verbindung bzw. der Übergang vom Intro „The Imperfection of…“ und dem Opener „The Creation“ finde ich genial. Es gehört für mich zu den besten Einstiegen in ein Album seit bestimmt 20 Jahren. Ist das alles auf deinen Mist gewachsen?

Wow, das ist ja ein dickes Kompliment. Vielen Dank dafür. Die Grundidee und das Konzept kamen schon von mir. Ich wollte nicht, dass die Scheibe einfach so losrumpelt, sondern einen Einstieg hat, der catchy ist und in eine Stimmung reinzieht. Mein bester Kumpel und Wegbegleiter ist ein begnadeter Organist und hat das auch mit diesen sphärischen Klängen voll drauf. Er hatte schon bei Intro und Outro zum Song „Melancholia“ mitgewirkt und hat auch diesmal wieder seinen kreativen Fußabdruck hinterlassen. Auch Kevin hat seinen Sprechteil perfekt umgesetzt. Er hat eine sehr bedrohliche Stimmung geschaffen, die sich dann steigert und wirklich sehr gut in den Song und die Scheibe einführt. Ich denke schon auch, dass uns da etwas gelungen ist.  

Was sind denn für dich die größten Schwächen der Schöpfung? Hat der Song einen religiösen Kontext?

Nein, einen religiösen Hintergrund hat der Text nicht, eher einen sehr biologistisch-weltlichen. Die Grundaussage ist ja, dass der Mensch offensichtlich auf einer evolutionären Stufe stagniert, die von großer Brutalität, Fatalität und Gewaltsamkeit geprägt ist. Sicher gibt es gesellschaftliche Normen, die diese destruktiven Eigenschaften zügeln. Aber wenn man sich mal das Treiben des Menschen insgesamt ansieht, die Wohlstandsinseln etwas aus der Betrachtung nimmt, so wird doch deutlich, dass die Gattung Mensch äußerst rüpelhaft zu Werke geht. Und auch die Wohlstandsinseln können sich dem ja nur durch Verlagerung in andere Weltregionen entziehen. Die Stimmung, das können wir doch zunehmend sehr gut beobachten, ist zunehmend aversiv. Der Mensch unterliegt offenbar einem Dichtestress, der äußerst aggressiv macht. Die wahre Brutalität wird mit Worthülsen wie Zivilisation, Friedensprozess, Flüchtlingskrise oder sozialer Markwirtschaft kaschiert. Dahinter gibt es etliche tickende Zeitbomben. Wie schnell auch vermeintlich entwickelte Bevölkerungen in die Barbarei driften, können wir bei jedem Bürgerkrieg beobachten. Nein, für mich ist der Mensch kein friedfertiges Wesen. Er meuchelt, zerstört, betreibt Raubbau, entwickelt industrialisierte Tötungsverfahren an Mensch und Tier, zerstört seine eigene, fundamentale Lebensgrundlage. Und das nicht als Ausnahme, sondern diese Störfrequenzen laufen doch sehr permanent mit. Und...sie werden immer lauter.
   
Das Album wurde ja bereits mit Ben Koch am Mikro komplett fertig eingespielt. Weshalb ist Ben dann ausgestiegen? Und wo habt ihr auf die Schnelle Kevin als neuen Shouter herbekommen?

Tatsächlich hatte Ben die Scheibe komplett im Kasten. Dann gab es sich überlagernde Entwicklungen. Es kam die Corona-Situation. Auch wir waren ja bandmässig davon betroffen, weil wir nicht mehr proben durften und ich denke, der Fokus gerade zu Beginn war ja dann auch erstmal ein anderer. Es war ja gar nichts klar. Wir hatten jedenfalls erstmal die Proben auf Eis gelegt. In der Zeit hat Ben dann seinen Job gewechselt. Ich glaube, ihm war zunächst selbst nicht so klar, dass er durch diesen neuen Job nicht mehr kontinuierlich am Bandgeschehen teilnehmen können wird. Im Sommer hat er Hochsaison, das heißt, in dieser Zeit wäre er immer dauerhaft ausgefallen. Das war dann ein Prozess, als es erste Lockerungen gab. Er hat seine Teilnahme bei den Proben Monat für Monat verschieben müssen. Da wurde deutlich, dass er keine Zeit für die Band haben wird. Kevin hatte ich tatsächlich bereits im Februar 2019 mal angeschrieben, weil wir nach Björns Tod überlegt hatten, mit zwei Sängern zu agieren. Da war er aber bereits bandmäßig eingebunden und hatte uns abgesagt. Als das mit seiner Band nicht mehr lief, hat er sich glücklicherweise an uns erinnert und sich Ende Oktober 2020 bei uns gemeldet, wo wir gerade Anfang Oktober die Trennung von Ben beschlossen hatten. Das war also insgesamt ein sehr großes Glück, sowohl zeitlich also auch, wie sich rausstellen sollte, menschlich und musikalisch.

Inwiefern klingen die Songs mit Kevin nun anders als mit Ben?

Ben kam eher aus der Black Metal-Schiene. Seine Stimme war entsprechend eher in den höheren Frequenzen angesiedelt. Das war eher so die Stimmlage von Björn, also wie bei den Scheiben „Melancholia“ und „Martyrium“. Kevin ist ein sehr vielseitiger Sänger. Er ist sehr variabel und hat eine mords Frequenz. Dadurch werden die Songs lebhafter, abwechslungsreicher und sehr viel dynamischer. Zudem war das Aufnahmeprozedere anders. Kevin hat alle Stimmen dreimal aufgenommen. Das macht bei den Grundfrequenzen hoch, tief und mittel teilweise neun Spuren, wenn diese gedoppelt waren. Das erzeugt einfach einen dicken Wumms. Bei Bens Aufnahmen haben wir das so noch nicht gemacht. Deshalb klangen die Aufnahmen im Vergleich arg dünn. Wir hatten noch überlegt, ob wir ihm zu Ehren seine Stimmen teilweise mitverwenden. Aber das waren dann einfach so deutliche Qualitätsunterschiede.
 
Ich bin eigentlich kein Fan deutscher Texte bei Death Metal Bands, bei euch funktioniert es aber perfekt. Weshalb habt ihr einige Songs mit deutschen Lyrics?

Also deutsch ist halt die Sprache, die wir sprechen. Da kann man anders mit Sprache spielen und hat ein breiteres Spektrum, um sich auszudrücken. Manchmal gibt es auch einfach Worte, die eine Kraft, eine Inspiration ausstrahlen. Wenn das dann deutsche Wörter sind, schreiben wir den Text eben in dieser Sprache. „Die Seuche“ ist so ein Beispiel. Das ist ein kräftiges Wort, gerade in diesen Zeiten. Im Englischen fehlt da irgendwie der Bums. Es geht übrigens in dem Song so gar nicht, wie teilweise geschrieben wurde, um Corona. Die Seuche hier beschreibt etwas ganz anderes. Aber wir fanden die Anspielung darauf naheliegend und als interpretatives Stilmittel irgendwie gut.
Wir werden uns da weiterhin nicht festlegen und limitieren. MELANCHOLIC SEASONS wird nie eine Band sein, die nur deutsche Texte hat. Wir lassen da dem kreativen Flow freien Lauf.

Eure Einflüsse liegen ja hörbar bei 90er Jahre IN FLAMES, EDGE OF SANITY & Co. Wie findest du denn den Weg, den Bands wie IN FLAMES in den letzten Jahren beschritten haben? Hat dieser modernere Sound auch einen Einfluss auf eure Songs?

Also, ganz ehrlich, ich habe überhaupt keine Ahnung, wie IN FLAMES heute klingen. Ich weiß wohl, dass da ein neues Album kommt, aber habe sonst nichts davon gehört. Ich habe mich da irgendwann mal ausgeklinkt, weil ich mit der Musik nichts mehr anfangen konnte. Aber ich schließe nicht aus, dass, wenn ich da mal etwas zu hören bekomme, es mich vielleicht auch wieder anspricht. Es war eine musikalische Abkehr, und dann habe ich die einfach aus den Augen bzw. Ohren verloren. Und bis heute gab es keine Begegnung, die das aufgelöst hat. Ich verstehe gut, dass man sich als Band weiterentwickeln möchte und sich auch nicht 30 Jahre kopieren kann. Mir war das dann aber irgendwann alles zu durchdacht und in Gänze zu wenig Subkultur.
   
Der Einsatz des Drumcomputers ist bei euch eher aus der Not geboren, aber die Programmings klingen echt gut. Wie aufwendig ist es für dich, die Drums auf diese Weise zu programmieren? Siehst du auch Vorteile darin?

Alles hat immer Vor- und Nachteile. Über unseren derzeitigen Drummer (nämlich den Drumcomputer) lässt sich sagen, er ist immer pünktlich, spielt immer tight, hat keine Profilneurose, zockt alles am Stück durch und verdichtet damit das Probe-Repertoire. Wir spielen aktuell um die 50 Songs. Das ist mit einem realen Drummer so wohl nicht umsetzbar. Andererseits fehlt natürlich der menschliche und musikalische Aspekt. Gerade beim Spielen ist ja die Resonanz auch zur Erschaffung einer stimmungsvollen Atmo wichtig. Das kann kein Drumcomputer leisten.
Aufwendig... nun... ich habe zu Beginn ein Roland-Gerät mit einer echt grottigen Software genutzt. Das war sehr aufwendig. Dann haben wir mit dem EZ Drummer eine sehr bedien- und benutzerfreundliche Alternative gefunden. Auch das war eine Lerneffekt. Mittlerweile bin ich da ganz flink. Im Prinzip läuft die Programmierung in drei Phasen. Erstmal mache ich die Basics, also die grundlegenden Rhythmen. Das sind pro Song vielleicht 1-2 Stunden. Am Anfang habe ich dafür noch einen Tag benötigt. In der zweiten Phase füge ich Rolls, Fills und Betonungen ein, die sich an der Gitarrenarbeit orientieren. Und dann gehe ich schließlich nochmal final drüber, wenn die Gesänge dabei sind. Auch hier gibt es wieder Betonungen oder es wird sichtbar, wo noch Lücken sind, die kreativ aufgewertet werden können. So gewährleiste ich, dass es insgesamt zueinander passt, ein Roll nicht Gesang oder Leadteile der Gitarren torpediert, sondern eher ein Einklang entsteht.
Sicherlich werden besonders Drummer das teilweise raushören. Und würden bestimmt auch den ein oder anderen Teil anders spielen, anders betonen, mehr Nuancen reinbringen. Aber da sind wir auch gar nicht abgeneigt. Wer sich da berufen fühlt, soll sich gern melden und bei uns einsteigen. Wir suchen ja einen Drummer. Wer da Bock drauf hat, kann dem natürlich auch noch seinen Stempel aufdrücken.   
 
Du arbeitest für die Aufnahmen mit Line6 Produkten. Ein No Go für manch Traditionalisten. Was sind deiner Meinung nach die Vorteile dieser Technik?

Ich muss gerade überlegen, wo Du das gesehen haben könntest. Tatsächlich habe ich mal mit dem Pod eine Scheibe eingespielt. Das war die „Through The Dark“ (2010). Sonst nutze ich diese Geräte nur im Proberaum, wobei ich kürzlich auch auf Boss umgestiegen bin. Unser aktueller Aufnahmeprozess ist so, dass wir unsere Gitarren am Rechner aufnehmen, als Plug-in den Bias FX von Positive Grid nutzen. Wir hören die verzerrten Klampfen, aufgenommen wird aber das cleane Signal. Das gibt uns die Möglichkeit, beim Mixing verschiedene Ampmodelle ausprobieren und den wirklichen Sound im Nachgang festlegen zu können. Wir können so auch zeitgleich an unseren Projekten arbeiten. Wir haben da mittlerweile Routinen entwickelt und kommen gut zurecht. Und letztlich ist es auch eine Preisfrage. Studiotage sind teuer. Das Geld investieren wir dann lieber in die abschließende Produktion. No Go´s verstehe ich prinzipiell nicht.
 
Wenn ich mich nicht irre, arbeitet ihr an Neuaufnahmen alter Songs, um diese als Album zu veröffentlichen. Liege ich da richtig? Was kannst du uns darüber sagen?

Das ist ein Projekt, was wir bereits während der Aufnahmen zur „The Crypt Of Time“ begonnen haben. Ich sage ja, da ist vieles parallel möglich. Auch hier war wieder der Gedanke, dass es so viele Songs gibt, die wir noch nie gescheit oder gar nicht aufgenommen haben. Es ist zudem irgendwie auch ein Geschenk an uns selbst, sich mit diesem Teil der Bandbiografie zu beschäftigen. Für mich eine Zeitreise zurück zu den Anfängen 1995. Aber diese Songs sind ja auch Teil der DNA von MELANCHOLIC SEASONS. Auch dass das nicht verloren geht, war Intention und Motivation.
Im Prinzip ist es die Fortsetzung des Schaffensprozesses. Wir haben die Archive geöffnet und wollen die Schaffensphasen sowohl für uns als auch öffentlich abbilden. Songs in der Schublade zu haben, damit mussten wir lange umgehen. Wir verfolgen damit weiterhin den im Vorfeld der „Melancholia“ beschlossenen Weg, das Schaffen der Band auch zu konservieren.
Konkret zu diesem Projekt kann ich schonmal verraten, dass es sich um Neuaufnahmen der ersten vier Demos handelt, also die Zeit von 1995 bis 2000 abbildet. Die Scheibe ist bereits komplett eingespielt, es fehlen lediglich noch einige Vocals. Wir haben die verbleibenden Rec-Sessions dafür im September terminiert. Mit Manu haben wir bereits die Produktion in den Überlärm Studios für Anfang Dezember gebucht. Sicherlich ist das Songmaterial different zur „The Crypt Of Time“, teilweise etwas einfacher gestrickt. Dennoch denken wir, lohnt es sich, auch diese Scheibe anzuchecken. Nach derzeitigem Stand beinhaltet das Album 14 Songs mit einer knappen Stunde Spielzeit.
Wir haben zudem weitere Pläne. Ich habe bereits für eine weitere, ebenfalls eine Retro-Scheibe die Gitarren komplett im Kasten. René (unser zweiter Gitarrist) hat dies als nächstes Projekt vor seiner Pfeife. Wir planen zudem eine Mini-CD, die wir dazwischen veröffentlichen wollen. Da sind wir gerade am Songwriting. Wir wollen ja auch aktuelles Material liefern und uns nicht nur auf dem bereits Erschaffenen ausruhen. Diese Vielseitigkeit finde ich äußerst inspirierend und bildet auch die Grundlage, für unser nächstes, dann wieder komplett neues Album. Auch dafür gibt es bereits viele Riffs und Ideen, auch erste Songs stehen bereits. Volles Augenmerk werden wir dann spätestens ab Januar 2023 darauf richten und die Dinge zusammenfügen. Wir haben also viel auf der Agenda und sind irgendwie fast so ein bisschen im Kreationsrausch.        

Soweit ich es überblicke, habt ihr mit „The Crypt…“ vorwiegend sehr positive Reviews eingefahren. Gibt es auch bereits Interesse von Labels?

Nein, solcherlei Interesse wurde bisher nicht an uns herangetragen. Ich denke, das liegt sicherlich auch daran, dass wir aufgrund der Line-Up-Situation als nicht komplett wahrgenommen werden und auch Live nicht in Erscheinung treten können. Das wirkt sicherlich auch zurecht schwer vermarktbar. Dazu ist aktuell zu sagen, dass uns ja auch unser Basser Flo aus gesundheitlichen Gründen verlassen musste. Wir haben allerdings bereits einen sehr vielversprechenden Nachfolger finden können, zocken uns ein und werden dann gemeinsam darüber befinden, ob es für alle Seiten passt. Wenn das so kommen sollte, werden wir definitiv eine ordentliche Welle machen, um auch einen Drummer zu finden. Denn dann stünde auch wieder das Fenster Live-Auftritte offen. Und das ist eines unserer großen Ziele.
 
Mein Kollege hat euer Album als „Schwiegermutter Death Metal mit Schunkelfaktor“ abgetan. Was gebt ihr ihm mit auf den Weg?

Haha, ich muss erstmal überlegen, was Dein Kollege damit gemeint haben könnte. Es ist immer wieder interessant, was da so gehört und gesehen wird. Ich vermute, wir sind ihm zu melodisch, zu nett und zu wenig Technical Death Metal? Wenn es das ist, kann ich ihm nur zustimmen. Unsere Songstrukturen sind ja sehr geprägt von Melodien und meist im Midtempo-Bereich angesiedelt. Von daher kann ich das Statement gut nachvollziehen. Wir werden aber trotz des kreativen Potenzials die Schwiegermutter rauslassen, auf das entsprechende Labeling verzichten und bleiben vorerst bei Melodic Death/Thrash Metal. Da ist für uns alles das drin, was unsere Mucke unserer Meinung nach ausmacht. Wir sehen darin auch einen roten Faden, von den Frühwerken bis heute. Diesen Weg wollen wir weitergehen. Und immer wieder die Erfahrungen bündeln und in den weiteren Schaffensprozess einfließen lassen.

Dir und Euch möchten wir herzlich danken. Das Review war schon der Hammer, die Radio-Sendung auf Tonkuhle sehr hörenswert und informativ und auch dieses Interview hat mir große Freude bereitet. Man nimmt sich mal die Zeit über Dinge nachzudenken und bekommt plötzlich Zusammenhänge klar. Von daher war das auch für mich sehr inspirierend.
Wir erleben mit der „The Crypt Of Time“ generell ein sehr schönes Kapitel, hatten ja unglaublich viel positives Feedback auf verschiedensten Ebenen und viel Aufmerksamkeit. Wir haben zudem unheimlich viele, wirklich tolle Menschen kennenlernen dürfen, mit denen wir nun im Kontakt sind. Das wird bleiben. Für all das möchten wir uns auf diesem Wege bei allen herzlich bedanken. Bleibt alle gesund, genießt den verbleibenden Festivalsommer oder zehrt von den Erlebnissen der besuchten Events. Ihr werdet wieder von uns hören!!!  
   

Line Up

Kevin Kiesecker – Vox

Andi Henke – Gitarre/Bass/Programming

Rene Glaser - Gitarre

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