K.K. Downing – Leather Rebel – Mein Leben mit Judas Priest

  • K.K. Downing – Leather Rebel – Mein Leben mit Judas Priest
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  • Genre: Biographie Musik
  • V.Ö.: 28 Februar 2019
  • Iron Pages
  • Bewertung: K.K. Downing – Leather Rebel – Mein Leben mit Judas Priest
  • Redakteur: Tobias Trillmich
Kurz nach der Erstveröffentlichung in Englisch, bringt Iron Pages die Biographie des JUDAS PRIEST Gründungsmitglieds in deutscher Sprache auf den Markt.

Das scheint mir für den Verlag eine Herzensangelegenheit zu sein, hat doch Matthias Mader mit ´Der stählerne Weg von Judas Priest´ schon 2007 ein Buch über die Briten rausgebracht und aus seiner Begeisterung keinen Hehl gemacht.

Nun kommt die erste Autobiographie eines der Gründungsmitglieder der Heavy Metal Pioniere in die Läden. Wie üblich schildert K.K. seine Geschichte chronologisch.
K.K. wuchs unter schwierigen Familienverhältnissen in der Britischen Pampa auf. Mit einer gesunden Distanz schildert er reflektiert seine Kindheit und Jugend. Es ist angenehm, dass er sich nicht in seinem Leid suhlt, sondern das Ganze auch ressourcenorientiert betrachtet. Wer einen solchen Vater ertragen hat kann sich später leichter mit egozentrischen Gitarristen arrangieren.
Mein Lieblingsteil des Buchs ist die Schilderung, wie K.K. die Musik für sich entdeckt. Ich sehe fast seine leuchtenden Augen, wenn er von seinen Erlebnissen mit Jimmy Hendrix schreibt. Auch die Begeisterung für lokale Musik Heroes oder die erste Gitarre sprießen aus jedem Wort. Er outet sich als richtiger Fanboy, der für die Musik brennt. Ganz nebenbei wird mal wieder deutlich wie bereichernd die Musik in schwierigen Lebenssituationen sein kann.
Dann geht es um die ersten Bands und die Gründung von Judas Priest. Interessant ist hier die Wandlung vom Hippie Zauberer zum Leather Rebel. K.K. legt(e) großen Wert auf ein Image der Band, dass auch durch Kleidung repräsentiert werden soll.  Klar wird wieder einmal, dass es einer Band gut tut langsam zu wachsen, das erhöht in der Regel die Bodenhaftung, die bei dem Lebensstil aulsRockstar ja nicht einfach zu behalten ist. Logischerweise sind die Schilderungen in einer Autobiographie subjektiv, aber auch sonst hatte man ja den Eindruck, dass der Gitarrist ein eher angenehmer Zeitgenosse ist. Für einen Briten bietet sich ja ein Fußballvergleich an. Während viele L.A.-Sternchen mich in ihrer Attitüde eher an Neymar oder Ronaldo erinnern ist K.K. ein grundsolider britischer Kicker, der sich nicht fallen lässt.
Diese Art wird in dem Buch dadurch deutlich, dass nicht – wie sonst so oft in Autobiographien – irgendwelche Groupie Stories ausgeweidet werden. In Nebensätzen wird klar, dass K.K. nicht monogam war, das war es dann aber auch und das reicht locker aus. Positiv ist auch die Selbstkritik. Wer schreibt sonst schon, dass dem Debüt damals „Die Eier gefehlt haben“? Positiv fällt auf, dass K.K. vieles als seine Meinung kennzeichnet und nicht davon ausgeht die allgemeingültige Wahrheit gepachtet zu haben.
Dann folgt wie in vielen Büchern das klassische Muster: Songs schreiben, Album aufnehmen, auf Tour gehen. Ich habe immer mehr den Eindruck, dass dieses für viele Außenstehende so verlockende Leben mit der Zeit doch zur Routine wird und an Reiz verliert. Die Begeisterung der Anfangstage Versprühen diese Teile des Buchs nicht.
Ich hätte mir an manchen Stellen eine intensivere Auseinandersetzung gewünscht. Wie war es für die Band, einen schwulen Sänger zu haben und was sagte die Plattenfirma zum wohl drohenden Imageverlust? Wie liefen die Diskussionen innerhalb der Band beim Stilwechsel zu „Turbo“ – Zeiten? Auch widerspricht sich K.K. etwas. Zu Beginn wird deutlich, dass die Plattenfirma Coverversionen durchgedrückt hat. An anderer Stelle schreibt er, dass JUDAS PRIEST immer Ihr Ding gemacht haben.

Deutlich werden auch sonst Mechanismen und Macht des Business, so wurde ´Killing Machine´ auf Grund des Labels für die US Veröffentlichung in ´Hell Bent For Leather´ umgetauft.

Unterm Strich bleibt eine gut zu lesende Biographie eines sympathischen Typen, bei der Fans der Band sicherlich Neues erfahren werden. Ich hätte mir insbesondere in der zweiten Hälfte an manchen Stellen etwas mehr Tiefgang gewünscht. K.K. merkt man immer noch eine gewisse Realität zu MAIDEN an. Was die Biographien angeht holt er eindeutig den Punkt gegen das Werk von Bruce Dickinson.


Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: I.P.; Auflage: 1 (28. Februar 2019)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3940822132
ISBN-13: 978-3940822130
Größe und/oder Gewicht: 15,4 x 2 x 21,8 cm
Preis: 21,90 €