Max Cavalera - Roots, Karma, Chaos - Mein Leben mit Sepultura und Soulfly

  • Max  Cavalera - Roots, Karma, Chaos - Mein Leben mit Sepultura und Soulfly
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  • Genre: Biographie Musik
  • V.Ö.: 27 Februar 2015
  • Iron Pages
  • Bewertung: Max  Cavalera - Roots, Karma, Chaos - Mein Leben mit Sepultura und Soulfly
  • Redakteur: Tobias Trillmich

Im für eine Autobiographie zarten Alter von 43 Jahren schrieb MAX CALAVERA seine bisherige Lebensgeschichte auf 220 Seiten nieder. Nachdem diese bereits auf Portugiesisch und Englisch zu haben war, kann man sich nun auch auf Deutsch über den Werdegang dieses einflussreichen Musikers informieren

Es scheint, als würden die Autobiographien von bekannten Musikern immer früher erscheinen. Das ist insgesamt fragwürdig, weil der Abstand zu den Erlebnissen noch gering  ist und eine gewisse Distanz zu den Dingen fehlt und das Leben ja hoffentlich noch erzählenswerte Geschichten bereithält. Auf der anderen Seite liegen die ersten musikalischen Gehversuche von Max bereits über 30 Jahre zurück.
Zunächst verwundert es erneut, dass Max (der ja unter dem Pseudonym Max Possessed gestartet ist und Songs wie ´Antichrist´ geschrieben hat) das Buch niemand Geringerem als Gott widmet. Aber das hat er ja auch schon bei der ersten SOULFLY Platte getan.
Das Buch ist chronologisch aufgebaut und in den Text sind immer wieder Zitate von Wegbegleitern eingebaut. Wie nicht anders zu erwarten, sind die natürlich sehr positiv.
Am interessantesten liest sich für mich der Teil, in dem es um die Bandgründung von SEPULTURA bis zur Veröffentlichung von ´Shizophrenia´ geht. Hier gibt es nette Anekdoten. So hat sich die Band in den Anfangstagen Patronengurte aus leeren Batterien gebaut. Man wollte den Vorbildern wie DESTRUCTION nacheifern, aber Patronengurte waren in Brasilien verboten. Auch die Tatsache, dass Igor eigenhändig Shirts bemalt hat, macht den Hunger der jungen Band deutlich. Es ist angenehm, dass Andreas Kisser viel Wertschätzung von Max erfährt. In  der öffentlichen Wahrnehmung hinkte er zu unrecht hinter den Cavalera-Brüdern hinterher. Ohne ihn wäre die Karriere der Band nicht so verlaufen. Musikalisch konnte die Band Qualität gut gebrauchen, war Paolo Jr. doch nicht mit Talent gesegnet. Ich wusste gar nicht, dass er den Bass bei ´Chaos ID´ tatsächlich erstmals selber im Studio eingespielt hat.
Lesenswert sind auch die Ausführungen zur Gründung und zum kurzen Werdegang von NAILBOMB.
Aber nun mal ehrlich: Was interessiert am meisten an einer Rückschau von Max Cavalera? Die Hintergründe zum SEPULTURA Split. Hier gibt es keinerlei neue Erkenntnisse. Positiv kann man sagen, dass Max auf das Waschen dreckiger Wäsche verzichtet, aber ein bisschen mehr kann es schon sein. Zu diesem Punkt kommen leider die anderen Bandmitglieder nicht zu Wort.
Die ´Soulfly´ Zeit wird dann solide beschrieben. Angenehm ist, dass hier dann auch mal Selbstkritik an den eigenen Veröffentlichungen - wie z.B. der ´The Song Remains The Same DVD´ geäußert wird. Die Versöhnung der Brüder mit der daraus resultierenden Gründung von CAVALERA CONSPIRACY ist mir etwas zu pathetisch geraten. Aber Max als Südamerikaner mit italienischen Wurzeln wohl eine andere Mentalität.

Unterm Strich bleibt das Buch hinter meinen Erwartungen zurück. Das kann auch daran liegen, dass ich zuvor gerade ´Only Death Is Real´ von Tom Gabriel Fischer gelesen hatte. Das Buch setzt Maßstäbe. Natürlich gibt es neue Infos in ´Roots, Karma, Chaos´, die für Fans interessant sind. Und es macht deutlich, wie offen und kreativ Max ist. Genau diese Art von Menschen, die immer wieder auf musikalische Grenzen und Regeln pfeifen, braucht eine Szene, um lebendig zu bleiben.
Es ist eine komische Beschreibung für eine Metal-Autobiographie, aber das Buch ist mir zu lieblos aufgemacht. Das mache ich an verschiedenen Dingen fest. So stimmen die Zeitangaben der Überschrift des 4. Kapitels nicht. Auch das Cover ist nicht gelungen und wirft die Frage auf, ob der alte Holz Maxe noch lebt. Die Aufmachung der anderssprachigen Versionen sagt mir mehr zu.  Viele der Bandfotos sind bekannt und Babyfotos sind mir als Fan der Musik egal. Warum gibt es so wenige kultige Fotos aus den Anfangstagen und warum werden keine Flyer aus alte Zeiten abgedruckt? Schließlich ist da noch die Diskographie. Ich erwarte, dass die auf den Stand gebracht wird. Obwohl Max schon von KILLER BE KILLED schreibt, fehlt die inzwischen erschienene Scheibe und auch die letzten Veröffentlichungen von SOULFLY und  CAVALERA CONSPIRACY sind nicht gelistet. Die drei Zeilen hätte drin seine müssen.

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