Skip to main content


Ich bereue noch heute, dass ich ANTHRAX seinerzeit nicht im Vorprogramm von IRON MAIDEN in Hannover angesehen habe - zumal MAIDEN mit "No Prayer..." damals gerade ihr bestes Albums veröffentlicht hatten -, doch leider kann man die Zeit ja nicht zurückdrehen, auch wenn der Albumtitel ggf. etwas anderes andeuten will. Wie auch immer, nicht alle Fans waren damals mit dem trockenen Sound des Albums einverstanden, BLIND GUARDIAN Gitarrist Markus fragte sich anlässlich eines Soundchecks für das NO COMPROMISE damals, ob es sich bei „Keep it in the Family“ um ein Instrumental handele, da das Einstiegsriff schier endlos zu sein scheint. Trotzdem gehört das Riff für mich noch heute zu den kraftvollsten Thrash Riffs aus dem Hause ANTHRAX. Doch Scott Ian und seine Jungs zeigten auf „Persistence of Time“ ohnehin einmal mehr eine Vorliebe für ausufernde Songs und mit „Gridlock“ kommt der erste Song unter 5 Minuten erst an sechster Stelle der Playlist.
Der größte Erfolg – wie schon beim Vorgängeralbum – ist auch auf „Persistence…“ wieder eine Coverversion: „Got The Time“ ist wohl nicht mehr aus dem Liveset der Band wegzudenken. Dabei finden sich mit „In My World“, welches damals auch als schicke Klappcover-Gimmick 7“ erschienen ist, „H8 Red“ oder „Discharge“, neben „Keep it in the Family“ und „Gott he Time“ auch eine ganze Reihe weiterer typischer ANTHRAX Thrasher auf dem Album.
Zum Jubiläum wurde das remasterte Album um eine ganze Reihe B-Seiten und Demo-Aufnahmen aufgestockt. Dabei ist die „Illest Version Ever“ von „I’m The Man“ (Live) eher nervig und kann mit den ursprünglichen Versionen nicht mithalten. Spätestens seit den opulenten METALLICA Deluxe Boxen haben die Bands Demo- und Pre-Production Aufnahmen als Additionen für Re-Releases für sich entdeckt. So auch ANTHRAX und die Versionen sind auch ganz interessant, aber wirklich brauchen tut man eine Proberaumversion von „In My World“ mit piepsigen Scott Ian Vocals nicht. Niemand wird die Demoaufnahmen der eigentlichen Studioproduktion vorziehen.
Offenbar in Anlehnung an DALIs „La persistencia de la memoria“ wurde die Neuauflage von „Persistence of Time“ mit einem leicht abgeänderten Coverartwork versehen auf dem die dargestellte Uhr – ähnlich wie in Dalis Gemälde – zerfließt.
Die CD-Version enthält zudem eine DVD mit einer guten halben Stunde Material von besagter Tour mit IRON MAIDEN. Cineasten werden empört den Raum verlassen, denn es handelt sich um absolutes Amateurmaterial, das Backstage-Szenen und einige Livemittschnitte zeigt. Dabei wird mehr Livematerial von IRON MAIDEN als von ANTHRAX gefilmt. Ganz unterhaltsam sind am Ende die von ANTHRAX und MAIDEN gemeinsam performten Songs.
Inwiefern sich die Anschaffung der Jubiläumsausgabe für Fans lohnt, muss jeder selber entscheiden. Für mich war es letztlich eher eine Nostalgieentscheidung in Erinnerung an die 90er Jahre. Aber vielleicht erhält das seinerzeit etwas unterbewerte – zunächst – letzte Album mit Frontmann Joey Belladonna mit dieser Neuauflage die Chance nach 30 Jahren etwas aus dem Schatten vom Vorgänger „State of Euphoria“ und vom Nachfolger „The Sound of White Noise“ herauszutreten. Verdient hätte die Scheibe es …





Kategorie

V.Ö.

21. August 2020

Label

Island/Megaforce

Spielzeit

Tracklist

CD1
1.            Time
2.            Blood
3.            Keep It In the Family
4.            In My World
5.            Gridlock
6.            Intro To Reality
7.            Belly of the Beast
8.            Got the Time (With Count In)
9.            H8 Red
10.          One Man Stands
11.          Discharge
12.          I'm the Man (The Illest Version Ever)
13.          Time
14.          Got the Time
15.          H8 Red
 
CD2
1.            In My World
2.            Discharge
3.            Keep It In the Family
4.            Blood
5.            Intro To Reality
6.            Belly of the Beast
7.            Gridlock
8.            One Man Stands
9.            Time
 
DVD
Behind the Scenes on Persistence of Time Tour
Laufzeit: 40 Minuten

Line Up

Tags