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Dass Lacrimas Profundere musikalisch gänzlich neue Wege beschreiten mit diesem neuen Album möchte ich aber dennoch nicht unbedingt behaupten. Vielmehr handelt es sich bei „Burning: A Wish“ um eine Art Stilkorrektur und Perfektionierung der vorhandenen Mittel. Schon nach dem ersten Durchlauf hinterließ dieses düstere, zu höchst melancholische Werk allerdings einen Beigeschmack, von dem ich zunächst gar nicht beurteilen konnte, ob ich ihn denn gutheissen oder verurteilen sollte. Erinnert sich außer mir noch jemand an die Götterscheibe „The Silent Enigma“ von Anathema? „Burning: A Wish“ lässt mehr als nur eine Parallele zu dieser musikalischen Grosstat erkennen. Da wären als hervorstechenstes Merkmal zunächst einmal die voller Traurigkeit jaulenden Gitarren zu nennen wie man sie nur Anathema-like von eben genanntem Meisterwerk kennt. Aber Lacrimas Profundere deshalb als eine Kopie zu denunzieren wäre mehr als ungerecht, zumal sie sicherlich schon irgendwo ihre eigenen Trademarks in ihren Songs vorweisen können. Der angenehme Weingesang erinnert zwar mal hier und dort an den guten alten Vincent (Anathema), an anderen Stellen aber dann auch mal wieder an andere Sangeskünstler wie z. B. Aaron von My Dying Bride. Variation an Harmonien wird hier also groß geschrieben. Diese weinerlichen Vocals, die so voller Wehmut und Verzweiflung stecken arten dann an manchen Stellen von einigen Songs in unvorhersehbare Wutorgien am Mikro aus, so dass der Kontrast Verzweiflung, Aggression und Ohnmacht gut verdeutlicht wird und der Hörer geradezu emotional miterleben kann wie diese Gegensätze doch irgendwo nahe beieinander liegen. Lacrimas Profundere sind weitaus mehr als eine bloße Kopie der besten Band der Welt. Sie haben mit „Burning: A Wish“ ein schaurig schönes Meisterwerk für die Ewigkeit geschaffen, dass mir bei jedem erneuten Durchlauf erneut die Tränen in die Augen treibt. Diese unsägliche Schönheit dieser faszinierenden Musik gipfelt schließlich in dem brillanten Song „A Summer´s End“, gleichzeitig auch einem der ruhigsten und traurigsten Stücke dieses Albums, was ich abschließend auch als Anspieltipp empfehlen möchte. Einfach unbeschreiblich. Schluchz.

Kategorie

V.Ö.

25. Oktober 2002

Label

Napalm Records

Spielzeit

Tracklist

Line Up


Bewertung

1