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Das ist umso erstaunlicher, als dass die Italiener mit URSA ihr inzwischen schon achtes Studioalbum seit 1994 auf den Markt bringen. Und von Peaceville Records gesignte Doom-Bands sind ja seit den berüchtigten „Peaceville Three“ quasi so was wie eine Qualitätsgarantie. Aus oben genanntem Grund kann ich auch an dieses Album ganz neutral herangehen, und kann und muss keinerlei Vergleiche mit Vorgängeralben ziehen. Und irgendwelche Besetzungswechsel zu recherchieren und daraus Stilwechsel abzuleiten, macht nun auch keinen Sinn. Kann also NOVEMBRE mit URSA dem Qualitätstandard, den die erwähnten drei Briten damals zu Beginn der Neunziger gesetzt haben, gerecht werden? Das wird schwer...

Gleich zu Beginn wird mit atmosphärischen Meeresrauschen gelungen eine Stimmung erzeugt, die Lust auf eine Stunde nicht allzu düsteren Doom macht. Die Band spielt im klassischen Line-Up, Keyboard und Synths kommen wenn dann nur dezent zum Einsatz, was mir schon mal gut gefällt.

Die Leichtigkeit der Gitarrenarbeit bei Songs wie „The Rose“ und die Filigranität des Klargesangs erinnern mich an späte KATATONIA, der Growlgesang und die typische musikalische Verspieltheit und ab und zu etwas zu stark ausgeprägte Verliebtheit in Gitarrensoli an die Landsmänner von GRAVEWORM („Easter“).

Beim Titeltrack URSA (die Abkürzung steht übrigens für „Union des républiques socialistes animales“, der ursprüngliche französische Titel für Orwells „Farm der Tiere“ – the more you know…) sowie Songs wie „Oceans of Afternoons“ finde ich den Klargesang etwas flach und irgendwie nasal, in Ermangelung eines anderen Begriffes.

Das auch als Single veröffentlichte „Annoluce“ ist im Vergleich zum Rest des Albums ein recht schnelles Stück, das Gitarrensoli klingt aber wieder als ob es unbedingt hineingemusst hätte.

„Agathae“ ist für mich das beste und abwechslungsreichste Stück auf der Scheibe. Nette, eingängige Gitarrenmelodien wechseln sich mit ruhigen, atmosphärischen Zwischenteilen ab, das Solo wirkt nicht deplatziert und es gibt ordentlich Gegrowle und Doublebass-Attacken. So muss das sein.

Während Sänger Carmelo Orlando und Gitarrist Massimiliano Pagliuso im besten Fall in den ruhigen Passagen wie frühe ALCEST klingen, schaffen sie es insgesamt aber doch nicht, bei mir die gleichwertige Stimmung und Gefühle wie die Franzosen zu erzeugen. Nichtsdestotrotz haben die Römer es geschafft ein abwechslungsreiches Album zu veröffentlichen, das einige Highlights enthält.

 

PS: Für mich die mit Abstand beste römische (und italienische) Doom-Metal-Band ist VOID OF SILENCE. Misanthropie und Verzweiflung pur! Wann machen die eigentlich mal was Neues?

Kategorie

V.Ö.

01. April 2016

Label

Peaceville Records

Spielzeit

67:07 min

Tracklist

1.     Australis
2.     The Rose
3.     Umana
4.     Easter
5.     Ursa
6.     Oceans of Afternoons
7.     Annoluce
8.     Agathae
9.     Bremen
10.   Fin

Line Up

Carmelo Orlando - Gitarre, Gesang
Massimiliano Pagliuso - Gitarre


Bewertung

1

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