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Gestänkert wird und wurde ja wahrlich genug. Während die einen die Abkehr vom leicht verdaulichen Hochgeschwindigkeits-Melodic-Metal der ersten Alben beklagen, versucht die Musikerpolizei noch immer den roten Pfaden in den verschachtelten Songstrukturen der „Unia“ Era zu finden. Und auch wenn Kakko dieses Album selber als sein Lieblingsalbum der Band bezeichnet, wurden für das aktuelle Werk doch allzu progressive Strukturen über Bord geworfen. Und so ist „Stones Grow Her Name“ auch keine Kopie des mehr als hörenswerten „The Days of Grays“ geworden. Während so mancher Song und manches Riff dem geneigten Sonata Jünger beim ersten Hören doch eine gehörige Portion Toleranz abverlangen dürfte (z.B. „Cinderbox“), so schimmern doch auch immer wieder typische, versöhnlich stimmende Melodien durch (z.B. „The Day“).

Die Single „I Have A Right“ hat mich zunächst gar nicht überzeugt, mittlerweile entfaltet sich aber doch die Eingängigkeit des Songs. Ohnehin tat ich mir schwer Highlights aus der Songliste auszusondern. Die Songs sind stilistisch breiter gefächert als jemals zuvor in der Bandgeschichte. Das macht die Scheiben zwar einerseits interessant, andererseits erhöht es aber auch die Vorglühphase, die nötig ist, um „Only The Broken Hearts“ (eigentlich ein relativ Sonata-typischer Song, der auch Royal Hunt Elemente enthält), das theatralische „Losing My Insanity“, das poppig beginnende und rockig fortgeführte „Shitload o‘ Money“ in Einklang zu bringen. „Somewhere Close To You“ hingegen beginnt unverschnörkelt und lässt zunächst auf leichte Kost hoffen, doch auch hier werden stellenweise schräge Melodien verwendet. „Cinderbox“ dürfte den einen oder anderen Fan ratlos vor der Anlage zurücklassen. Banjos und verzehrte Gitarren – grundsätzlich gar nicht mehr so ungewöhnlich, aber bei den Finnen doch ein Novum ungeahnten Ausmaßes. Doch ganz ehrlich, ich zähle den Song mittlerweile zu den Highlights des Albums. Die letzten Songs des Albums dürften dann vielleicht als Zugeständnis an die Fans gewertet werden, zeigt man sich hoch recht brav. Die Ballade „Don’t Be Mean“ fließt jedoch eher beschaulich am Ohr vorbei und kann mit früheren Kompositionen nicht konkurrieren.

Sonata Arctica haben ihr musikalisches Statement für das Jahr 2012 abgeliefert – der kreative Darm von Frontmann Tony scheint gereinigt und entleert. Jetzt heißt es abwarten, was die Fans mit dem anspruchsvollen Input von „Stones Grow Her Name“ anzufangen wissen.

Kategorie

V.Ö.

24. Mai 2012

Label

Nuclear Blast

Spielzeit

53:19

Tracklist

01. Only The Broken Hearts (Make You Beautiful) 3:23

02. Shitload O' Money 4:52

03. Losing My Insanity 4:03

04. Somewhere Close To You 4:13

05. I Have A Right 4:47

06. Alone In Heaven 4:31

07. The Day 4:14

08. Cinderblox 4:03

09. Don't Be Mean 3:17

10. Wildfire Part II - One With The Mountain 7:53

11. Wildfire Part III - Wildfire Town Population 0 7:57

Line Up

Bass - Marko Paasikoski

Gesang - Tony Kakko

Gitarre - Elias Viljanen

Keys - Henrik Klingenberg, Tony Kakko

Schlagzeug - Tommy Portimo