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Temple Of Dread - Markus im Interview

Slaughterday, Endseeker, Revel In Flesh. In den letzten Jahren hat sich eine sehr vorzeigbare Anzahl von Death Metal Bands Made In Germany entwickelt. Ganz vorne mit dabei sind zweifelsohne die Ostfriesen von TEMPLE OF DREAD – und das ist kein Witz. Der Insulaner Markus Bünnemeyer stand uns Rede und Antwort zum neuen überragenden Album „Beyond Acheron“.
Slaughterday, Endseeker, Revel In Flesh. In den letzten Jahren hat sich eine sehr vorzeigbare Anzahl von Death Metal Bands Made In Germany entwickelt. Ganz vorne mit dabei sind zweifelsohne die Ostfriesen von TEMPLE OF DREAD – und das ist kein Witz. Der Insulaner Markus Bünnemeyer stand uns Rede und Antwort zum neuen überragenden Album „Beyond Acheron“.

Nach einer ersten Hörprobe der ersten Single zum neuen Album äußerte sich mein Kollege Tobias etwas verhalten und fand das neue Material „nur“ „gut“. Das letzte Album hingegen erhielt das Prädikat „überragend“. Frage an Markus: Wie würdet ihr den Unterschied zum Vorgänger beschreiben?

Geschmäcker sind natürlich verschieden. Ich finde das neue Album wesentlich abwechslungsreicher und vielschichtiger, den Vorgänger dafür eingängiger und gradliniger. Beide Alben haben Ihre Reize für mich, dennoch kann ich Tobias` Sichtweise aber nachvollziehen. „Beyond Acheron“ braucht sicherlich ein, zwei zusätzliche Durchläufe, um richtig zu zünden – aber spätestens dann dürfte jeder Kritiker überzeugt sein!

Natürlich wird im Zusammenhang mit T.O.D. immer auf eure ostfriesische Herkunft verwiesen, was euch gewissermaßen zu Exoten macht. Aber macht es in Zeiten der digitalen Verknüpfung wirklich einen Unterschied, ob man eine Band von Spiekeroog oder von Hamburg aus gründet? Die meisten Bands treffen sich ja eh nie gemeinsam im Proberaum.

Spannend finde ich dbzgl., dass es nach meiner Auffassung keine zweite Region in Deutschland gibt, die heute noch eine so aktive Death Metal Szene mit einer derart hohen Dichte an überdurchschnittlich guten Bands vorweisen kann wie das Ostfriesland. Seien es Slaughterday, Weak Aside, Phantom Corporation oder Anasarca – hier oben geht einiges! Nicht alle Mitwirkenden leben aber noch in dieser Region, so dass die modernen Hilfsmittel natürlich eine große Hilfe darstellen.

Meinem Eindruck nach habt ihr im Vergleich zu „Hades Unleashed“ auf „Beyond Acheron“ insgesamt etwas das Tempo rausgenommen. Würdest du das bestätigen? Gab es einen Grund?

Also wir haben mit „Asebeia“, „Dance of Decay“, „All Consuming Fire“, „Carnality Device“ und dem Titeltrack mindestens 5 Stücke am Start, die es in Punkto Geschwindigkeit und Härte locker mit den Songs von „Hades Unleashed“ aufnehmen können. Bei den anderen haben wir punktuell das Tempo etwas gedrosselt und mit „Damnation“ sicherlich auch unseren ungewöhnlichsten Song bislang geschrieben. Wir möchten uns natürlich nicht permanent selber wiederholen, aber die Fans auch nicht durch zu viele „Weiterentwicklungen“ verprellen…

Musikalisch werdet ihr i.d.R. mit Death, Pestilence oder Obituary verglichen. Was hebt euch denn von diesen offensichtlichen Vorbildern ab und könnte als typisch T.O.D. bezeichnet werden?

Die großen Alben der genannten Bands höre ich seit über 30 Jahren. Ich kann somit gar nicht anders, als meine Songstrukturen und Riffs deren Liedern anzupassen. Das typische an TEMPLE OF DREAD ist jedoch, dass wir die völlige Freiheit haben, aus diesem Korsett auch auszubrechen. Wir bauen Punk-, Classic Metal- oder Black Metal Parts in unsere Songs mit ein. All dieses verschmilzt dann zum typischen Temple-Style.

Soweit ich es überblicke, sind die Rezis zu „Beyond Acheron“ durchweg positiv. Was bedeutet das in geschäftlicher Hinsicht für euch? Treten nun auch größere Labels mit Angeboten an euch heran und wäre das überhaupt von Interesse für euch?

Wir fühlen uns bei Testimony Records absolut wohl. Alles läuft freundschaftlich und einvernehmlich, alle Absprachen werden stets eingehalten. Ich interessiere mich nicht für größere Labels, da dann vermutlich auch gleich größere Erwartungen und zunehmende Verpflichtungen auf uns zukommen würden.

Wenn du einen Song vom neuen Album auswählen dürftest, um jemanden von der Band zu überzeugen, welcher wäre es und weshalb?

Hier MUSS ich zwei Songs nennen: „Asebeia“ stellt quasi die Quintessenz von TEMPLE OF DREAD dar: Uffta-Beat, dann Blast-Beat-Refrain, dann D-Beat-Mittelpart. 2 Minuten Volldampf, keine Kompromisse! „Damnation“ wiederum zeigt uns aber von einer völlig anderen Seite: Ein nahezu epischer Song, mit Bolt Thrower und Melechesh Anleihen und einem von Maiden inspirierten Mittelpart. Wir können also auch anders, hahaha!

Danke für eure Zeit und die Beantwortung der Fragen.

Gerne und vielen Dank an Euch!

Bild Copyright:
Wolfgang Kneese (https://www.terrafolio.de/)

Infos

  • Erstellt am

    18. August 2023
  • Line Up

    Jens Finger - Vocals
    Markus Bünnemeyer - Guitars, Bass
    Jörg Uken - Drums, Keys
     
  • Redakteur

    Thorsten Zwingelberg