Andreas Hertkorn - Seven Metal Inches

Puh, da bin ich mal wieder froh, dass absolute Nerds nicht nur vor dem PC sondern auch vor dem heimischen Plattenspieler zu finden sind. Andreas Hertkorn hat sich die Picture 7‘ der letzten drei Jahrzehnte im extremen Metal vorgenommen und ein großartiges Nachschlagewerk verfasst.

Andreas geht der Frage nach, warum einige Bands und Labels so eine innige Verbindung zu diesem Format haben, dass sich mühsamer verkauft und eine wesentlich kleinere Gewinnspanne hat.
Das Ganze ist schon eine Freak-Veranstaltung, aber gerade das macht mir das Buch so sympathisch. Am ehesten kann man es mit der ‘Encyclopedia Of Svensk Döds Metall’ von Nicola Costantini vergleichen. Der hat sich ja damals die Demos der Schwedischen Death Metal Bands vorgeknöpft.
Auch bei ´Seven Metal Inches´ handelt es sich nicht um eine schnöde Auflistung. Andreas hat mit vielen Bands, Künstelern der Artworks und auch Labels spezielle, akribisch vorbereitete Interviews zu den Picture Singles geführt. Hier eine Auswahl der Gesprächspartner: VENOM, BEHERIT, DISMEMBER, MANIAC BUTCHER, NAPALM DEATH, ASPHYX, BRUTAL TRUTH, DESASTER, ENTHRONED, IMPETIGO, DIMMU BORGIR, LORD BELIAL, INCANTATION, WATAIN, MAYHEM, NUNSLAUGHTER, ROTTING CHRIST, HELLS HEADBANGERS, SABBAT, ZEMIAL, SADISTIC INTENT, VULCANO, DROWNING THE LIGHT, CENTURY MEDIA.
Durch die extreme Spezialisierung erfährt wohl auch der härteste Undergroundler von Veröffentlichungen, die er noch nicht kannte. Wer hat schon eine illegale CARCASS Picture aus Mexiko oder die auf 20 Stück limitierte Picture der kanadischen Black Metaller von OSTIE?
Die Interviews lesen sich gut (natürlich auch je nach Maulfaulheit der Gesprächspartner). Da es um ein spezielles Thema geht gibt es bisher wohl wenig Aussagen, die ihr schon gelesen habt und da die Sachen in der Regel lange veröffentlicht wurden und ausverkauft sind, muss auch nicht die Promo Trommel geschlagen werden, was der Ehrlichkeit zuträglich ist. Da das Spektrum von Black Metal über Death Metal bis zu Grindcore reicht, kann wohl jeder noch Bands entdecken. Mit waren beispielsweise die großartigen NEKROFILTH bisher durchgerutscht.

´Seven Metal Inches´ ist sicher kein Buch, das man unbedingt braucht, aber ich will es, denn es sorgt für jede Menge kurzweiliger Lesestunden und kann dank des guten Aufbaus auch immer wieder als Nachschlagewerk herhalten. Ich bin gespannt auf das für Dezember angekündigte Buch ´Seven Inches Of Death´ über Death Metal Singles der Jahre 1989 - 1993.