Party.San Open Air 2009

  • Datum: 06.-08.08.2009
  • Ort: Bad Berka
  • Tickets: 48 Euro + VVK


Party.San Metal Open Air - das ist eine Tradition, die verpflichtet. Nicht umsonst hat sich das Festival in der letzten Dekade zum unangefochtenen Extrem-Metal-Event Deutschlands gemausert. Auch wenn mit dem "Hell's Pleasure" mittlerweile eine ernstzunehmende Konkurrenz ihre zarten Triebe in den Wäldern Thüringens entfaltet, so ist das Party.San doch nach wie vor eine Pflichtveranstaltung, nicht zuletzt, wegen der einmaligen Atmosphäre im beschaulichen Bad Berka.

MARDUK, SATYRICON, SIX FEET UNDER, UNLEASHED, DARK FUNERAL, was für die jüngere PSOA-Generation eine absolut traumhafte Konstellation darstellt, kann für langjährig erprobte Party.Sanen trotz zahlreicher kleiner und vermeintlich unscheinbarer Schmankerl wie SÓLSTAFIR, BRUTAL TRUTH, BRUJERIA oder auch SHINING leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Billing 2009 das unangefochten schwächste der letzten fünf Jahre darstellt. Nicht zuletzt Marduk und Six Feet Under beehrten das Publikum vor gerade einmal drei Jahren mit Headliner-Gigs. Für die Tatsache dass ausgerechnet, der bereits im letzten Jahr euphorisch angekündigte Headliner Satyricon im Verlauf des Jahres nicht nur in zahlreichen Clubs des Landes, sondern auch auf zahlreichen Festivals mehr als aktiv war und somit nur wenig Überraschendes bot, konnten die Macher des Party.Sans nichts.

Wett gemacht haben die Veranstalter dieses Manko durch eine nahezu perfekte Organisation, die sich darin äußerte, dass man sich sowohl auf dem Festivalgelände, dem Zeltplatz, dem Party-Bus in die City und sonst wo zu jedem Zeitpunkt des Wochenendes wohlfühlte. Ein besonderes Lob muss den Einweisern der Secutity ausgesprochen werden, die sich in diesem Jahr ausgesprochen umsichtig verhalten haben und insbesondere was verspätet Nachkommende Freunde und Bekannte mit ihren Fahrzeugen betrifft, erstmals das nötige Fingerspitzengefühl bewiesen haben. Auch sonst waren die Damen und Herren in Schwarz überall dort, wann und wo sie gebraucht wurden.


Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel und so kommen wir nicht umhin, auch die Schattenseiten des "Rundum-Wohlfühl-Musikwochenendes" zu beleuchten. Was durfte man den Daheimgebliebenen in den letzten Jahren immer wieder von den kulinarischen Angeboten des Festivals vorschwärmen. Die Rede ist hier von Nagelfood, die nicht nur für gutes, frisches und nahrhaftes Essen zu angemessenen Preisen standen, sondern irgendwie immer zum PSOA mit dazu zu gehören schienen bzw. eigentlich nicht mehr wegzudenken waren. Über die Gründe, die zum Bruch mit Nagelfood führten, kann nur spekuliert werden. Schade ist allein der Umstand, dass die Catering-Firma so sang- und klanglos aus dem Gesamtbild des Festivals verschwand bzw. durch eine austauschbare Burger- bzw. Bratwurstbude ersetzt wurde. An differierenden Preisvorstellungen kann es eigentlich nicht gelegen haben.

Leidiges Thema Nummer zwei ist die Umstellung auf das neue Pfandsystem: So gab es in diesem Jahr erstmals zu jedem Getränk eine aufwendig geprägte Pfandmarke. Pfandgeld gibt's ab sofort also nur noch mit entsprechender Marke zurück, was neben verwirrten Blicken unter den Besuchern zeitweise auch zu Irritationen auf Seiten des Thekenpersonals führte. Wieso es über zehn Jahre ohne die Poker-Chips in Form der Marken ging, entzieht sich meiner Kenntnis; einfacher ist es dadurch nicht geworden, zumal der Party.San-Besucher nun neben seinem Becher auch noch auf die Marke achtgeben muss. Wenn es vielleicht am Ende nur darum ging, das Sammeln von achtlos auf dem Gelände entsorgter Becher für die Festivalkasse einzustreichen, dann hätte man sich besser das Geld für die Prägung der Marken sparen sollen und stattdessen den Preis für die Kaltschale um 50 Cent angehoben.
Denn anders will sich mir diese unnötige Regelung nicht erschließen. Daher der dringende Rat: Marken im nächsten Jahr einstampfen, Pfandsystem wie gehabt lassen und sich verstärkt auf die Auswahl des Billings konzentrieren.

Doch nun genug der "Watschen", denn auch in diesem Jahr bot das insgesamt fünfzehnte Party.San Metal Open Air immer noch genug Spaßpotential: Angefangen bei sonnigem Wetter, über musikalisch vielfältige Highlights bis hin zum Anblick von wunderschönen Frauen und skurilen Gestalten.

Ein besonderer Dank gilt dem Freibad der Stadt Bad Berka, welches wohl nicht nur für uns maßgeblich dazu beigetragen hat, die Hitzeschlacht zu überstehen! Nettes Personal, nette Menschen, kühle Getränke, jede Menge gute Laune und "last but not least" die tägliche Abkühlung


Donnerstag, 06.08.2009

POSTMORTEM kamen wie gewohnt mit sehr rockigem Deathmetal daher und ließen gleich von Anfang an keine Matte unberührt. Zwar war es zu dieser Zeit noch nicht all zu voll, aber trotzdem waren so gut wie alle Leute begeistert und auch in meinem Umfeld kamen recht viele positive Stimmen zur Geltung. Da die Band nur 45 Minuten spielen durfte gab es im Vorfeld sogar eine Abstimmung auf ihrer MySpace Seite, bei der man aus verschiedenen Songs auswählen durfte um somit interaktiv an der Setlist fürs Party.San mitzuwirken.(DS) Nachdem Postmortem sich in einer derart bestechenden Form präsentierten und einen wahrhaften Killergig auf die Bretter gelegt haben, haben es

AZARATH sichtlich schwer. Die Polen geben Ihren Einstand auf dem PSOA und sind sichtlich bemüht, dem Publikum mit ihrem technischen Death Metal früher amerikanischer Prägung einzuheizen. Im Nachhinein soll sich der Gig jedoch in Anbetracht der mäßigen Leistungen von

Deströyer 666 und Marduk als Achtungserfolg erweisen. (JD) Endlich war es soweit - meine erste Chance PSYCROPTIC mal live zu erleben. Und ich sag euch eins, diese Band bläst einen sowas von gegen die Wand! Ich war gespannt, wie die Band ihre doch sehr technische Mucke durchsetzt und umsetzt. Gerade die Drums ließen mich voller Erwartung vor der Bühne warten. Doch als die Band dann auf der Bühne stand und ein wahnsinnig professionelles Set vom Stapel ließ, mich mit allen Aspekten begeistern konnten brach meine Objektivität sofort ab und ich fand mich extrem subjektiv beim moschen wieder. Eine wahnsinnig geile Liveperformance von dieser noch viel zu unterbewerteten Band!(DS) DESTRÖYER 666 sind eine der zahlreichen Bands des 2006er Billings. Bemüht und ordentlich holzen die Jungs ihren schwarzen Thrash Metal von der Bühne. Wenn auch weit weniger enttäuschend wie der an- und abschließende Marduk-Gig rüber kommt, so ist die Performance der Deströyer weitestgehend saft- und kraftlos und nur wenig mitreißend.(JD) MARDUK kamen auf dem Festival mit einem Set der Güteklasse A an den Start. Zum 10-jährigen Jubiläum von "Panzerdivision Marduk" spielten sie das komplette Album gleich zum Beginn ihres Konzertes. Nach dem sie damit fertig waren, gabs gleich noch ne knappe Stunde neues und altes Material um die Ohren, um nicht zu sagen: voll in die Fresse. Ein Spektakel bei dem durchaus viele schlapp gemacht haben, aber wer nicht mindestens mal reingeschaut hat, der hat tierisch was verpasst. Denn auch wer

MARDUK schonmal live gesehen hat, kann bestimmt nicht von sich behaupten, das komplette "Panzerdivision" Album live gesehen zu haben.... Geile Band, geile Show!(DS)

Freitag, 07.08.2008 Die Lokalmatadoren von

SUMMERS DYING aus Weimar haben die Ehre, den Festival-Freitag zu eröffnen. Mit Spielfreude legt sich die Band aus dem Umfeld der Party.San-Macher ins Zeug und präsentiert dem trotz der frühen Stunde relativ zahlreich vertretenen Publikum eine knackige Mischung aus melodischem Death/Thrash Metal, der ein ums andere Mal zu den Ursprüngen einer, in ihren Anfängen noch kreativen Göteborg-Szene führt. Anleihen bei Größen wie Dissection, Unanimated, (frühen) In Flames oder Dark Tranquillity sind unüberhörbar, bei längerem Hinhören wird mir allerdings sehr schnell klar, dass Summers Dying die einzig wahren Nachfolger der leider viel zu früh verblichenen deutschen Band Ferox sind. Denn das hier mit sehr viel Energie Dargebotene führt musikalisch das Erbe einer Scheibe im Stile von "Prepare For War" konsequent fort. Ob das nun originell ist, sollen bitte Andere entscheiden, jedenfalls machen die Weimarer dies durch jede Menge Hingabe wett. Daumen hoch und an alle, die noch geschlafen haben, bitte testet die Jungs einmal an. Die französischen Avantgardisten von Glorior Belli erwarte ich anschließend gespannt, reibe mir jedoch bei den ersten Tönen rasenden 08/15 Black Metals nicht nur die Augen sondern auch die Ohren. Frei geblasen werden sie auf jeden Fall; doch die musikalischen Zutaten der Leipziger Böseheimer von

GRABAK sind so langweilig wie die wahrscheinlichenVorbilder von Dark Funeral und Endstille. Warum Glorios Belli ihren Gig auf dem PSOA so sang- und klanglos abgesagt haben, erschließt sich den Wenigsten im Publikum, ob die Leipziger ein adäquater Ersatz für eben jene waren wage ich allerdings zu bezweifeln.(CP)
Auf

INHUME hab ich mich auch ganz besonders gefreut. Die zweite Band vom Cliteater-Frontmann Joost hat mich schon im Vorfeld besonders gereizt. Im Gegensatz zu Cliteater handelt es sich aber um einen Bastard aus Grind und Death, der seine Abwechslung doch etwas mehr zur Geltung bringt und mit vielen Grooves und Doublebass Teilen etwas mehr zum moshen als zum pogen anregt. Die Stimmung war unter den, leider nicht all zu vielen, Zuschauern ziemlich ausgelassen. Viel Party, geile Einlagen der sich abwechselnden Sänger Joost und Dorus und extrem geile Musik. Wers nicht gesehen hat, hat schon verloren...(DS)

SÓLSTAFIR sind nicht nur aufgrund ihrer extravaganten Erscheinung und ihrer außergewöhnlichen Musik die absoluten Paradiesvögel des diesjährigen Party.San Open Airs. Die Isländer legen nach Edge Of Sanity 1999 den wohl lässigsten Gig der Festivalgeschichte auf die Bretter. Drei Epen, namentlich "Nattfari" ("Masterpiece Of Bitterness"), "Köld" und "Pale Rider" (beide "Köld"), reichen den Metal-Hippies aus, um für offene Münder, bedingungslose Liebe, Unverständnis und Komplettverstörung in der versammelten Party.San-Horde zu sorgen und um darüber hinaus die Spielzeit noch zu überziehen, was Bühnenchefin Liz am Ende an den Rand der Verzweiflung zu bringen scheint. Doch als Isländer weilt man zuweilen über den Dingen. Sólstafir unterstreichen die Wirkung ihres aktuellen Überwerks "Köld" mit einem hochdramatischen Gig, der zwar nicht perfekt, an Leidenschaft und Hingabe jedoch nicht zu überbieten ist.(JD)

Niklas Kvarforth die Erste. Als einziger Schwede im DEN SAAKALDTE-Line-Up liegt es an ihm, die hüftsteife Performance seiner norwegischen Mitstreiter aufzuwerten. Dieses gelingt ihm - um es einmal vorwegzunehmen - nur bedingt. Die Jim Beam-Pulle in der einen, sein Mikro in der anderen Hand stolziert er über die Bühne wie die Kreuzung eines Gardeoffiziers und eines liebeskranken Gockels. Allerdings nur bis zur Hälfte des Sets, dann nämlich will der Jim Beam wieder raus und Kvarforth reiert in den Fotograben. Hernach schnorrte er sich Kippen beim Gitarristen, befummelt auch den Rest seiner Band und dann ist auch schon wieder vorbei. Musik? Naja, die gabs auch, allerdings ging diese (Psycho - BM, superschlampig gespielt) zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus.(ET) Die Finnen von

SWALLOW THE SUN werden hier und dort als DER Doom/Death Newcomer angepriesen. Den Beweis bleiben sie zumindest auf den Brettern des PSOA schuldig. Saft- und kraft- und über weite Strecken zahnlos ergießt sich der melodische, teil progressiv angehauchte Doom Metal über die Meute. Auch das Stage-Acting ist wenig packend. Originell geht jedenfalls anders. Aber vielleicht haben die Herren auch nur einen schlechten Tag und vielleicht haben sie auch aus diesem Grund den Platz im Billing mit den Kollegen von Evocation getauscht. (CP) Fuckin Swedish Death Metal!!!!

EVOCATION marschieren auf die Bühne und die Sause beginnt. Das sahen die begeisterten Fans genauso, immerhin mussten sie über eine Stunde warten (Evocation tauschten die Plätze mit Swallow The Sun). Das Hauptaugenmerk liegt auf dem Material von "Dead Calm Chaos" und der Sänger bemüht sich sichtlich, das Publikum zum abgehen zu bewegen. Über weite Strecken gelang ihm das auch bestens, allerdings lässt ihn die Saitenfraktion ziemlich alleine was das Stageacting anging. Aufgrund der tighten Darbietung und der über alles erhabenen Songs aber trotzdem ein Punktsieg.(ET) Von

HATE ETERNAL hatte ich leider etwas mehr erwartet. Irgendwie kam mir die Show sehr steril vor und meiner Meinung nach brachte man nicht viel Stimmung mit nach Bad Berka. Etwas lustlos und zu routiniert kam mir das Ganze vor. Es kam doch eher als Job rüber, als ein Konzert (...aber dafür habe ich noch nie eine Death Metal Kapelle gesehen, die in klassischer Trio-Besetzung mit nur einer Gitarre eine solch' Dichte und alles niederwalzende Soundwand inszeniert...Anmerkung CP) .(DS)

Eine Thyrfing Show auf deutschen Festivals ist etwas nicht grad alltägliches und die Tatsache, dass der ehemalige Naglfar Shouter Jens Ryden bei den Pagan - Schweden angeheuert hat macht die Sache umso interessanter. Wenn nur dieser verdammte Soundbrei nicht wäre. Die Gitarren flirren vor sich hin, der Bass brummelt irgendwo dazwischen und Jens Rydens Stimme ist eher rudimentär zu vernehmen. Schade eigentlich.(ET) Ein Orkan mit Windstärke 15, so werden

MISERY INDEX im Begleitheft angekündigt und die Amis werden diesem Vergleich absolut gerecht. Misery Index liefern einen beherzten Auftritt ab und werden mit ihrer frischen Mischung aus beinhartem US-Death mit Grind-Einschlag, technischem Anspruch und musikalischer Nachvollziehbarkeit zum eindeutigen Punktsieger des Abends. Weder Unleashed noch Satyricon werden später ein derart unbekümmertes und intesives Level erreichen. (CP)

UNLEASHED kehren nach 2004 aufs PSOA zurück. Auch wenn die Schweden um Jonny Hedlund ihre musikalisch besten Tage wohl hinter sich haben, so sind sie doch zumindest immer wieder ein Garant für mitreißende Live-Shows. Der blonde Hühne am Bass ist ein Entertainer vor dem Herrn, der es versteht, ein Festival-Publikum hinter sich zu bringen. Unleashed machen mächtig Dampf, auch wenn ein Album wie "Across The Open Sea" einmal wieder völlig zu kurz kommt. Ihr dürft ruhig häufiger mal in diesen Teil der Mottenkiste greifen, Jungs! Als

SATYRICON im Programmheft des letzten Jahres als Headliner angekündigt wurden war die Vorfreude groß, hatten sich die Jungs um Satyr doch reichlich rar gemacht.

Niemand konnte wissen, dass die Norweger nach der Veröffentlichung von "The Age Of Nero" Ende 2008 eine noch nie dagewesene Offensive an der Live-Front starteten. Erst ausgedehnte Konzertreisen im Winter, danach exzessives Festival-Touring, insbesondere auf deutschen Open Airs. Von daher bieten Satyricon für jemanden, der sie in diesem Jahr bereits gesehen hat, einen starken Gig mit einer gewohnt perfekten Performance unter Abwesenheit jeglicher Überraschungsmomente. Keine Frage, Satyricon sind der Headlinerposition absolut würdig, strahlen allerdings ohne wirklich zu glänzen.(JD)

Samstag, 08.08.2009 Eine der großen Überraschungen waren

HELLSAW, die nicht nur mich sondern auch eine große Masse an Leuten auf dem Campground und vor der Bühne überzeugen konnten. Mit ihrer modernen Art den Blackmetal mit Thrashmetal und einigen Extras zu versehen, schafften sie es teilweise die Leute dazu zu bewegen, freiwillig aus dem Schatten vor die Bühne zu treten um sich die Birne abzuschrauben. Zwar kamen sie mit der typischen "Nieten-Nägel-Corpsepaint-Böse"-Masche auf die Bühne, doch konnte diese nicht wirklich gut rübergebracht werden. Solch sympathische Musik macht doch diese ganze Verkleiderei extrem überflüssig... wenn es allerdings für sie dazu gehört, sollen sie doch machen was sie wollen. Im Grunde genommen haben sie nach so einer geilen Show einiges an Narrenfreiheit dazugewonnen.(DS) Auweia, Mathematik am Nachmittag,

BENEATH THE MASSACRE aus Kanada schroten in irrwitzigen Tempo durch ihre Math-Death-Irgendwas- Core Nummern und haben dabei so viel Wiedererkennungswert wie ne Currywurst. Respekt vor der technischen Beschlagenheit, kaufen können sie sich dafür an diesem Nachmittag allerdings nichts. Rogga Johannson der alte Death Metal Tausendsassa ist heuer mit

PAGANIZER angetreten. Feger wie "Evil In Hell" oder "Scandinavien Warmachine" sind mehr als deutlich von den alten Göttern und Originalen wie Entombed oder Dismember beeinflusst, knallen gut und gehen sogar ins Tanzbein, aber ein echter Left Hand Path ist eben doch nicht zu schlagen. Und genau daran krankt die ganze Geschichte, "you cant beat the real thing" würde der Amerikaner sagen. Daran ändert auch das Sepultura Cover "Troops Of Doom" leider nichts mehr.(ET) Für

PAGANIZER war es von Nachteil, dass diese Band bisher extrem selten Konzerte hatte. Daher mangelte es an vielen Stellen noch sehr an Routine. Kaum Bewegung und auch von den Ansagen her, merkte man, dass da noch einiges dazugelernt werden könnte. Auf der anderen Seite brauchte man bei dieser Show auch nicht so viel Bewegung auf der Bühne, weil die Band mucketechnisch so viel auf dem Kasten hat, dass die Bewegung von Anfang an vor der Bühne stattgefunden hat. Und das trotz der vielen Biere und der extrem unschönen Hitze.(DS) Es ist Zeit für

ROTTEN SOUND. Die Finnen sind die nächste Band aus dem Billing 2006, was nicht abwertend gemeint ist, schließlich sind sie Meister ihres Fachs, wenn es um herrlich kranken und trotzdem schnittigen Hochgeschwindigkeits-Grindcore geht. Und so geht man bester Laune mit ähnlich viel Elan wie die Landsmänner von Impaled Nazarene im Vorjahr an die Sache und metzelt sich durch einen zahllose Songs umfassenden Gig. So muss Grindcore heute klingen.

SHINING schaffen es leider nicht, ihre morbiden Intentionen auch nur annähernd auf die Bühnenbretter des Party.Sans zu bringen. Technische Probleme mit der Gitarre sowie der viel zu leise abgemischte Gesang von Hauptprotagonist Niklas Kvaforth sind der Wirkung des Auftritts der gemeinhin als Ausnahmeformation angepriesenen Schweden nicht gerade zuträglich. Da helfen leider auch keine fragwürdigen Showeinlagen wie Zungenküsse, welche Kvaforth mehrfach mit seinem Basser austauscht, und das Malträtieren des Bühnenbodens mit den Fäusten. Schade eigentlich, denn von diesem Gig hatte ich mir deutlich mehr versprochen. Dass sich auf dem PSOA mittlerweile mehrere Generationen von Extrem-Metalfans verlustieren, zeigt die Umbaupause zwischen Shining und dem bevorstehenden Gig der Grind-Legende

BRUTAL TRUTH. Als die Herren um Danny Lilker dann schließlich losbolzen hat sich der Altersdurchschnitt vor der Bühne doch arg nach oben geschraubt. Anscheinend gibt es nicht mehr viele, die sich für solch ursprünglichen und schnörkellosen Grindcore interessieren. Brutal Truth sind Originale und was die alten Herren hier vom Stapel lassen ist wirklich aller Ehren wert. Eine Dreiviertelstunde regiert das volle Brett zwischen Highspeed, tödlichen Grooves und mörderischem Gesang. (JD) Danke! Danke liebes PSOA Team für

SADUS. Auch wenn das diesjährige Billing weniger thrash-lastig ist als in den Jahren zuvor, Sadus wissen ihre Chance zu nutzen. Mehr als das, sie zelebrieren eine absolute Lehrstunde und treten den Beweis an, dass es auch als Trio möglich ist jedes Soundloch zuzumauern. Und über die spielerisch Qualitäten eines Steve DiGiorgio muss hier nicht geredet werden. "Certain Death", "Swallowed In Black" oder der Opener "Through The Eyes Of Greed": ein einziger Schlag in die Fresse. So muss das sein!(ET) Eigentlich hatte ich mich sehr darauf gefreut, die streitbaren Finnen nach 2005 einmal wieder live zu sehen, stechen sie doch aus der ganzen nordischen Pagan Metal Schwemme der letzten Jahre noch am ehesten positiv hervor. Doch eine schnapsdurchtränkte Nacht fordert während der voluminösen Darbietung

MOONSORROWs ihren unausweichlichen Tribut. Auch wenn ich sie nicht leibhaftig beobachten kann, so begleiten die epischen und heroischen Klänge doch einen königlichen Schlummer, durch den ich Kraft schöpfe, mich den noch bevorstehenden musikalischen Herausforderungen zu stellen.(CP)

BRUJERIA versprühten ihren "brujerismo" auf dem Party.San. Viele konnten mit dieser etwas psychedelischen und verwirrenden Art nichts anfangen. Die jedoch, die sich die komplette Show angesehen haben, sollten auf jeden Fall auf ihre Kosten gekommen sein. Die Maskierten spazierten unentwegt über die Bühne und wurden vom Publikum mit wachsender Begeisterung aufgenommen. Ein Fehler hat sich allerdings eingeschlichen... zumindest verstand ich die Situation folgendermaßen: Der Sänger fragt auf Spanisch "sind welche hier die Spanisch sprechen oder wenigstens verstehen" - Alle Leute schreien "yeah" und schon waren alle Ansagen auf Spanisch. Ich denke auf Englisch wäre das noch ein vergnüglicherer Abend gewesen. Doch nichtsdestotrotz ist diese Band einfach wahnsinnig sympathisch.(DS) Auch wenn die Publikumsreaktionen ein anderes Bild sprechen. Mir ist es schlicht und einfach ein Rätsel was eine solch gehypte und überbewertete Formation wie

ELUVEITIE auf dem Party.San zu suchen hat. Amon Amarth meets Folk Metal, super und so wertvoll wie ein metallisches Musikantenstadl zur besten Sendezeit. Wie gut, dass die Geschmäcker unterschiedlich sind, ich jedenfalls verabschiede mich für eine letztes Break am Zelt.(JD) Vor einigen Jahren hatte ich

DARK FUNERAL schon einmal auf dem PSOA gesehen und fand sie - abgesehen von Matte Modins Geklöppel - ausgesprochen fad. Besagter Matte hat mittlerweile die Band verlassen, diese hat sich allerdings in der Zwischenzeit schicke Kostümchen mit Brustpanzern und sonstigem Pipapo zugelegt. Sowas sieht besonders schick aus, wenn man wie der Sänger eine ordentliche Plauze unter diesen Panzer zwängen muss. Aber zur Sache: Allem Mummenschanz zum Trotz geht die Band äußerst engagiert zu Werke, präsentiert eine ausgewogene Setlist und der neue Drummer zeigt, dass er keineswegs ein Schlappmann und Matte Modin durchaus ebenbürtig ist. Und wer "Secrets Of The Black Arts" gleich als zweiten Song spielt kann nur gewinnen. Die positive Überraschung des Festivals. Eigentlich hätte ich erwartet, dass sämtliche Black Metaller, UndergroundCredibilityWächter, Hüter des OldSchool Grals und sonstige bösen Jungs kotzend das Gelände verlassen sowie

SIX FEET UNDER auch nur in die Nähe der Bühne kommen. Aber offensichtlich haben sie sich die Groover aus Florida schön gesoffen oder sie stehen wirklich drauf. Die Menschenmassen vor der Bühne sind beachtlich, Chris Barnes schüttelt seine imposanten Dreads und grunzt wie ein Schwein. Alles begleitet vom Freudengeheul seiner Fans. Nüchtern betrachtet (hahahaha) zeigt sich die Band routiniert und perfekt eingespielt. Für meinen Geschmack ein wenig zu routiniert. Alles in allem aber eine solide Show, und die Publikumsresonanzen rechtfertigen durchaus den Headlinerstatus.

Danke Mieze, danke Boy, danke PSOA Crew, wir sehen uns nächstes Jahr!(ET)

Namentlich tanzten, lachten, schwitzten und arbeiteten auf dem Party.San Metal Open Air 2009:

Carolin Beyer - Fotos Eiko Truckenbrodt, Daniel Siebert, Kristin Bremer und Christian Pfannkuchen - Text & Kritik Jens Dunemann - Chief Inspector/Text & Kritik