Axel Fröhlich - Murphy’s Law für Schüler

„§1 Lehrer Rechte: Die Meinung eines Deutsch-, Sozialkunde- oder Geschichtslehrers ist unantastbar.“ Mit dieser Erkenntnis bringt es Fröhlich auf S. 37 seiner „Gesetzessammlung“ auf den Punkt! Doch das von Ramón de Jesús Rodriguez Rodriguez illustrierte Büchlein hält noch viele andere Wahrheiten über das Schulleben parat.

 

Wer bislang glaubte, dass der Schulalltag vor allem durch Zufälle bestimmt sei, der wird mit diesem handlichen Büchlein eines besseren belehrt. Denn der gute Murphy ist stets dort, wo man ihn am wenigsten gebrauchen kann: auf dem Schulweg, in der Prüfung, beim ersten Date.

Die Autoren haben das Büchlein in fünf Kapitel unterteilt: Schulweg, Peripherie und Schulessen; Unterricht, Hausaufgaben & Prüfungen; Mitschüler, anderes Geschlecht; Lehrer; Eltern. Vielleicht nicht schmeichelhaft, aber auch nicht unbedingt falsch ist §7 über die unterschiedliche Wahrnehmung des Hausmeisters. Wenn die IT-Ausstattung der Schulen in §13 als vor allem für Antiquare interessant beschrieben wird, kann man nur zustimmen. In zahlreichen Paragraphen werden die Beziehungen zwischen Wissen, Prüfungen, Blackouts, vergessenen Hausaufgaben usw. aufgezeigt – und jeder Schüler wird diesen Gesetzmäßigkeiten ohne Einschränkungen zustimmen. Besonders erheiternd fand ich das Kapitel über die lieben Eltern – fehlt nur noch ein Paragraph zum Hubschrauberschein der lieben Erzeuger.

Doch das Beste kommt, wie so oft, natürlich am Schluss: „§81 Bitten Eltern einen Lehrer telefonisch um einen Gesprächstermin, weil sich ihr Kind nach eigener Aussage im Unterricht zwar häufig melde, aber nie gefragt würde, darf der Lehrer kommentarlos auflegen.“ So ist es. Punkt. Aus.

Das Buch gehört nicht nur in jedes Kinderzimmer, sondern auch in jede Schulbibliothek und sollte Pflichtlektüre bei der Lehrerausbildung werden!