ÆRA – Of Forsworn Vows

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So sieht wahre Internationalität aus: Ein Ami schreibt unter isländischem Bandnamen Songs über nordische Mythologie und verwendet dabei deutsche Liedtexte.

Aber der Reihe nach: AERA ist im Wesentlichen ein Projekt von Ulf Kveldulfsson, der nun mit externer Gesangsunterstützung seine Debüt-EP „Of Forsworn Vows“ ans Licht der Welt gebracht hat. Auf dieser befinden sich drei Songs in bester Pagan-Black-Metal-Manier. Das heißt, Grundlage aller Stücke ist die typische Neunziger-Jahre-Black-Metal-Klangwand aus Blastbeats und sägenden Gitarren mit kreischendem Gesang und dem Fehlen jeglicher Solo-Sperenzchen. Darüber legt sich im Fall von AERA ein recht penetranter Synthie-Teppich, der der gesamten EP die Schärfe nimmt.

Alle drei Songs sind ähnlich aufgebaut: „An Affirmation of Forsworn Vows“ und „Litany of Iron I: Ancient Graves oft he Fallen – II: Rekindled Fires“  fangen als Midtempo-Stampfer an, im Mittelteil wird das Tempo ordentlich angezogen um dann gegen Ende hin wieder langsamer auszuklingen. Lediglich beim dritten und letzten Song „Die Wulvsära (Am Ende der Zeit)“ lässt sich Ulf mehr Zeit und lässt längere ruhige Passagen einfließen.

Insgesamt könnte diese Scheibe ein gelungenes Debüt darstellen, wenn die Band es nicht mit Keyboard-Klängen so maßlos übertrieben hätte. So verlieren sich die Feinheiten des Songwritings unter einer substanzlosen Masse an künstlichen Midi-Sounds.