Arch Enemy – As The Stage Burns

CD Reviews, Arch Enemy – As The Stage Burns

Chaos beschreibt den momentanen Zustand der Welt wohl recht zutreffend und das obwohl doch alles so überreguliert und vernetzt erscheint. Den Soundtrack zum Untergang präsentiert nun die internationale Death Metal Machine ARCH ENEMY.

Nachdem es in der Vergangenheit bereits mehrfach Liveaufnahmen aus dem fernen Osten gab – erstmals 1999 noch mit Frontmann – wurden nun die Kulisse und die technischen Möglichkeiten in Wacken genutzt, um aktuelles Ton- und Bildmaterial für die Ewigkeit festzuhalten.

„As the Stage Burns“ ist nun die erste Gelegenheit Frontfrau Alissa White-Gluz in angemessener Weise in auf Livekonserve vorzustellen. Die Kanadierin löste bekanntlich 2014 Sängerin Angela ab und brüllte dann bereits das „War Eternal“ Album ein.

Die Songauswahl auf „As The Stafe Burns“ sorgt nicht für Überraschungen und wir finden eine bunte Mischung aus verschiedenen Alben, wobei die ersten drei Alben – wenn ich es richtig sehe – jedoch ausgespart wurden. Das ist vor allem im Falle des starken „Stigmata“ Zweitwerks sehr schade und Songs wie „Beast of Man“ hätten der quirligen Alissa sicher gut zu Gesicht gestanden. Aber gut, stattdessen konzentrierte man sich auf die Klassiker, die zum Teil auch auf den Japan-Alben zu finden sind, ergänzt natürlich um die Hits neueren Datums, wie z.B. „War Eternal“, „Stolen Life“ oder „Avalange“.

Das Gitarrenduo Amott/Loomis liefern erwartungsgemäß fette Riffs und eingängige Leads ab, während die Rhythmussektion die Menge vor der Bühne ordentlich in Wallung bringt.

Die Scheibe erscheint in verschiedenen Versionen, die jedoch stets einen Tonträger und ein Bildmedium kombinieren. Zur Qualität der Aufnahmen kann ich jedoch nichts sagen, da sie mir nicht vorliegen. Nur so viel: Die Aufnahmen für die DVD/Blue Ray wurden noch um Liveaufnahmen aus Japan 2015 sowie einige Videos und Hintergrundfeatures erweitert, so dass es zumindest quantitativ keinen Grund zur Klage gibt.

Zwar wurde ich erst jüngst als vollkommen unzeitgemäß kritisiert, weil ich die weibliche Besetzung einer Band der härteren Gangart besonders erwähnt hatte, doch auch auf die Gefahr hin wieder ins Fettnäpfchen zu treten: Alissa liefert hier einen wirklich guten Job ab und sie hat sich gut in die Band eingefügt. Ihre Growls passen hervorragend zu den komplexen Songs der Band.

„As The Stage Burns“ fasst den Stand 2015/16 im Lager ARCH ENEMY auf eindrucksvolle Weise zusammen. Performance und Songs zeigen eindrucksvoll, weshalb ARCH ENEMY nach so langer Zeit noch immer zu den Topbands des Genres zählen.

(c) Pics: Century Media