Ram - Rod

CD Reviews, Ram - Rod

RAM, Wolf, Trial – warum landet man eigentlich immer wieder in Schweden, wenn es darum geht, das Vermächtnis von Judas Priest, Saxon und Maiden in die Jetztzeit zu transportieren?

Gibt es in Sverige vielleicht schon "British Steel" in der Schultüte der ABC-Schützen? Keine Ahnung, ist aber auch egal. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob man RAM mit den ständigen Priest-Vergleichen einen Gefallen tut. Schließlich hat die britische Stahlschmiede vor allem in der Mitte ihrer Karriere unsterbliche Metalhymnen im Dutzend rausgehauen, die von Hammarfest bis Kapstadt, von Hawaii bis Vladiwostok von jedem mitgegröhlt werden, der jemals mit härterer Musik in Berührung gekommen ist. Das können RAM (noch nicht) liefern. Was sie aber können, ist Althergebrachtes frisch und unverbraucht klingen zu lassen. So auch auf "Rod", das mit "Declaration Of Independence" einen gelungenen Einstand findet. Knackige Gitarren, toller Refrain – gut so. In die gleiche Kerbe hauen die nächsten Songs, wobei "Gulag" etwas getragener daher kommt. Die Songs 5 bis 10 bilden dann eine Einheit namens "Ramrod The Destroyer". Vor allem der Gesang ist hier sehr abwechslungsreich gehalten. Bei "The Cease To Be" wildert man im Classic Rock, während man bei "Incinerating Storms" das Gefühl hat, den kreischenden Judaspriester himself im Ohr zu haben. Sollte dies alles von Oscar Carlquist gesungen sein (und andere Infos lassen sich nicht finden), ist der Mann ein stimmliches Chamäleon.

Was ist "Rod" also? Nein, kein neues "British Steel" und schon gar kein "Painkiller". Aber eine tolle Platte mit frischem Heavy Metal alter Schule. Und ist das nix?