Metal Invasion 2008

  • Datum: 17.-18.10.2008
  • Ort: Passau
  • Besucher: 1000
  • Tickets: 28 Euro + VVK

Der durchschnittliche Passauer hatte schon gehofft, es sei ausgestanden. Nachdem die Metal Invasion 2007 erstmals Passaus Mauern zum Zittern gebracht hatte, war zunächst noch unklar gewesen, ob es eine Fortsetzung geben würde. Lange Zeit war es still um das Festival geworden. Dann aber hingen plötzlich wieder die vertrauten schwarzgelben Plakate aus, die abermals Metalheads in ganz Niederbayern einluden - zur "Metal Invasion 2008 - reloaded".
Es ist nicht leicht zu entscheiden, was von den vielen Verbesserungen im Vergleich zum Vorjahr man eigentlich zuerst nennen sollte: Vielleicht die Verlegung des Festivaltermins in den Oktober, was dafür sorgte, dass die Besucher dieses Jahr strahlenden Sonnenschein statt Novemberschneefalls bekamen? Vielleicht aber auch die souveräne Organisation, die dieses Jahr einen reibungslosen Ablauf bei Auf- und Umbau garantierte? Die Einführung eines Rauchverbots in der Halle? Die Anmietung des Parkplatzes daneben, so dass sogar ein bisschen Outdoor-Festival-Atmosphäre aufkam? Oder dann doch die Anschaffung der begehrten Stoffbändchen? Was auch immer man im Einzelnen wichtiger findet: Es hat sich eine Menge getan auf der Metal Invasion, und zwar sehr viel zum Guten.

Tag 1 (FR, 17.11.2008)



Den ungeliebten Job des ersten Auftritts des Festivals erledigten diesmal Through Your Silence. Die fünfköpfige Band aus Italien musste mit einem mageren Publikum von gerade einmal 25 Köpfen auskommen, was jedoch nichts an ihrem energischen Auftreten änderte: Ohne Ansagen, dafür mit umso mehr Spielfreude und Einsatz bot man gefälligen MeloDeath mit harten Brüchen zwischen Knüppel- und melodischen Parts. Gerade Letztere fielen zwar oft etwas lahm für meinen Geschmack aus; dennoch machten Through Your Silence den wenigen Anwesenden ordentlich Dampf und boten einen guten Einstieg in ein überwiegend Death- und Thrash-lastiges Festival.



"Hallo Passau, danke für's zahlreiche Erscheinen!" Meinten Spellbound das ironisch? Waren doch nur knappe 50 Leute anwesend, die der 4er-Formation vom Bodensee ihre Aufwartung machten. Viel mehr als ein wenig Kopfnicken bekamen Spellbound aus ihren Zuschauern dann auch nicht heraus. Dabei dürften gerade Alt-Fans des Thrash hier durchaus Gefallen gefunden haben, klangen Spellbound doch wie Metallica zu "Kill 'Em All"-Zeiten, nur eben ins Jahr 2008 verpflanzt.

...und dann tauchten Schwierigkeiten auf.
Denn dem Sänger von Powerwolf war erst um 12:00 Uhr des Festivaltages eingefallen, dass er Probleme mit den Mandeln habe und den Auftritt absagen müsse. Die Festivalorga reagierte allerdings schnell und schob kurzerhand die Lokalband Scared to Death vor, die eigentlich erst am Folgetag auftreten sollte.



Scared to Death - oder "Skeart tu Dess", wie sie ihren Bandnamen sprechen - sind quasi schon auf der Metal Invasion daheim: Schon im letzten Jahr hatten die drei Herren aus Teisnach dem Festival als erste Band ihre Aufwartung gemacht und kehrten dieses Jahr mit einem Plattenvertrag und ihrem ersten Studioalbum "Deathstruction" zurück. Serviert wurde auch diesmal Alt-Thrash, den man eher in den 80ern und 90ern verorten würde. Die knapp 70 Leute im Publikum spaltete er indes in zwei Gruppen: Jene, die eher passiv hinten am Mixer standen, und jene, die vorn zu Titeln wie "His Last Words"*, "Your Pain Is My Passion" und "Scared to Death" abmoshten und sich nicht viel darum scherten, dass etwa "Extreme Aggression" und "Crucifixion" fast identisch klangen. Auch, als alles schon "Umbau" rief, spielten Scared to Death noch eine kleine Zugabe - dann war es auch schon Zeit für die nächste Band im nun etwas umgemodelten Spielplan.
* Bitte die Titel mit breitem, niederbayrischen Dialekt bis zur Unkenntlichkeit verwurstet lesen.



Doch auch die nun folgenden Kromlek hatten Probleme mit dem Gesang, waren sie doch erst kurz zuvor ihres Sängers Alphavarg verlustig gegangen. Zum Glück sprang Lainedil, Sänger der niederländischen Band Elexorien, kurzfristig ein, um die Lücke am Mikro zu füllen, und stellte die Band auch dementsprechend vor: "Wir sind Kromlek, das heißt: Die anderen." Und mit einem Grinsen fügte er hinzu: "Ich bin nur Aushilfe." Dafür, dass er "nur Aushilfe" war, feierte er aber zusammen mit der Band ein denkwürdiges Konzert ab. Text- und intonationssicher trieb Lainedil besonders die vorderen Reihen regelrecht zur Raserei, forderte die mittlerweile knapp 150 Zuschauer zu intensiver Mitarbeit auf und verbreitete eine spitzenmäßige Stimmung, als sei er schon immer Mitglied der runengeschmückten Viking-Band gewesen. Nach etwas mehr als einer halben Stunde intensiven Mattendreschens war mir klar: Kromlek sollte schon am Anfang des Festivals zu einem der besten Auftritte zählen, die ich an diesem Wochenende zu sehen bekommen würde.



Als nächstes dran in der leicht umstrukturierten Running Order waren dann Textures, die die Wende hin zum "-Core" für diesen Abend einleiteten. Die sechs Holländer um den mittlerweile kurzhaarigen Sänger Eric Kalsbeek zogen von Anfang alle Register und heizten dem etwas dünneren, aber umso springfreudigeren Publikum mit Titeln des neuen Albums "Silhouettes" ein, welche mir persönlich eher weniger zusagten. Mit "Stream of Consciousness" war dann aber auch ein Track vom genialen Vorgänger "Drawing Circles" mit dabei, und auch der fand in einem ausdauernden Moshpit glänzend Erwiderung. Nach einer knappen Dreiviertelstunde war dann aber der Ofen auch schon aus: Der Umbau gönnte dem Publikum eine kurze Verschnaufpause bevor...

...mit Aborted die nächste Kannonade einsetzte. "Enterrement of an Idol" leitete vor ca. 200 Zuschauern einen Auftritt ein, der zwar nicht spektakulär war (die Band ist wohl auch größere Massen gewohnt), aber auf jeden Fall solide. Frontsau Sven de Caluwe grunzte sich die Lunge aus dem Leib wie eh und je und fand zwischen fetten Vocals und kranker Mimik auch noch Zeit für hyperaktives Herumsausen auf der Bühne (eine verdammt nervige Eigenschaft, wenn man versucht, ein vernünftiges Foto von ihm und der Band zu schießen).



Mit Titeln von "Engineering the Dead" bis zum neuen "Stychnine.213" bretterten Aborted mit messerscharfer Präzision durch die eigene Bandgeschichte. Das Publikum dankte es mit mörderischer Mosh-Arbeit und einer Wall of Death, und es war schon etwas Bedauern zu spüren, als sich Aborted nach einer Partie "The Hecatomb" verschwitzt, aber durchaus zufrieden abmeldeten.



"Hallo, Passau, wir sind Neaera, die 'Metalcore-Jungs'." Mit einem Aushilfsgitarristen der Genrekollegen Heaven Shall Burn waren die Fünf angereist, um den "-core"-Serie des ersten Festivaltags zum Absch(l)uss zu bringen. Dabei distanzierte sich Sänger Benjamin schon früh von Idiotien wie den leider genretypischen Kickbox-Allüren: Sehr zu seiner (und meiner) Freude waren "keine Affen dabei, die so um sich treten." Dennoch ging's im Moshpit vor der Bühne ziemlich heiß her, als die Band Titel wie "Let the Tempest Come" von der Kette ließ. Der Ermahnungen Benjamins, wenn's ihm mal wieder "zu still" war, fruchteten aber vornehmlich in den vorderen Reihen: Nach hinten hin war recht wenig los, und auch mich selbst konnten Neaera nicht so sehr mitreißen. Zum letzten Titel gab's dennoch einen dicken Abschiedspit, bevor sich die Band ins Backstage verabschiedete.



Nach kleineren Problemen mit dem Mikro konnten die Italiener von Graveworm dann zu später Stunde endlich loslegen. Gerade mich, an dem die Band sowohl in CD-Form als auch live immer vorübergegangen war, beeindruckten die Südtiroler von Anfang an. Statt der kümmerlichen MeloBlack/Gothmetal-Nummer, die ich eigentlich erwartet hatte, gab's deftig eins auf die Zwölf! Auch der Rest des Publikums wachte nach der leichten Lethargie, die Neaera zurückgelassen hatten, wieder auf und machte ordentlich mit, wenn Sänger Stefan Fiori zwischen fetten Grunts und hohem Gekeife hin- und herwechselte. Nach einem guten Querschnitt durch die eigene Diskografie, von "Nocturnal Hymns" am einen bis "Suicide Code" am anderen Ende, verkündete er freudig: "Nachher kommen wir runter und saufen gemeinsam! Ich habe heute noch nichts getrunken" Ob nach dem Schlusstitel "Touch of Hate" und den zwei Zugaben noch etwas aus diesem Versprechen wurde, kann ich aber nicht sagen. Die Italiener hatten mir mit ihrem fulminanten Gig so gründlich den Nacken verdreht, dass ich die nachfolgendem Schwarzmetaller von Sycronomica gar nicht erst mitbekam, sondern mir schon vorher etwas Ruhe gönnte, bevor's am nächsten Tag weiterging.


Tag 2 (SA, 18.11.2008)

Tag 2 der Metal Invasion 2008 begann zu angenehmer Uhrzeit: Statt der gnadenlosen 11 Uhr des Vorjahres hatten die Veranstalter den diesjährigen Besuchern bis 14 Uhr Zeit gegeben, um ihren Rausch auszuschlafen und trotzdem nicht die erste Band zu verpassen.



Tatsächlich genutzt hatten das aber offensichtlich wenige, denn als um knapp 14 Uhr Godslave die Bühne betraten, waren gerade einmal 40 müde Menschen auf den Beinen, um die Band willkommen zu heißen. Gegen die Lethargie des Publikums hatten die fünf Saarländer aber genau das richtige Rezept parat: Thrash nach dem Schema "fix, dreckig, gut" und einen Mosh-Contest, bei dem sich der heftigste Headbanger ein Poster verdienen konnte. So kann man's natürlich auch machen. Das Konzept ging jedenfalls gut auf, so dass der Großteil des Publikums gut dabei war und Titel wie "Dead Reckoning" oder den Schlusstitel "Where the Sun Sleeps" ordentlich abfeierten.

Ähnlich leer, aber deutlich lahmer war's dann leider bei Gwydion. Dabei lag das weniger an der satten Portion bisweilen melodischen, aber gleichzeitig sehr kraftvollen Folk/Viking Metals, den die sechs Portugiesen servierten. Ohne einen zweiten Mosh-Wettbewerb konnte sich aber trotzdem niemand so richtig durchringen, die müde Mähne in Bewegung zu setzen. Dennoch spielten Gwydion ihre knappen fünf bis sechs Titel, deren Akkordeon-Einlagen und Atmosphäre mich etwas an Turisas erinnerte, energisch herunter - und erkundigten sich nach dem Gig verwundert im Publikum, woran es denn gelegen habe. Eines konnte man ihnen aber versichern: An ihrem Konzert mangelte es sicher nicht.

Zu Scared to Death "reloaded" müssen nur noch wenige Worte verloren werden. Sie spielten praktisch dieselbe Setlist wie am Vortag, als sie für Powerwolf eingesprungen waren. (Und wer kann's ihnen verübeln? Mehr war nicht eingeplant gewesen.) Einziger Unterschied war die geringere Zahl der Leute und ein deutlich gesunkenes Interesse. Denn so ganz konnte man sich nicht dann doch nicht des Eindrucks wehren, die Platte habe einen Sprung.



Dann aber hieß es endlich: Bühne frei für die notorischen Unterhemden-Träger Dead Emotions. Zwar betitelt die Münchner/Freisinger Formation ihren Stil als "Gothic/Death Metal", letztlich war aber nur Letzteres wirklich herauszuhören: Der (kunst-)rußbeschmierte Fünfer feuerte eine ordentliche Salve brutales Geknüppel und Gegrunze in das (immer noch recht dünne) Publikum. Ausgerechnet Sänger Mosh aber konnte seinem Namen diesmal nicht wirklich gerecht werden: Mal abgesehen von Gwydion, die mittlerweile im Publikum standen und artig mitmoshten, ließ sich hier nicht viel reißen - weder mit "Point of No Return" vom Anfang Januar erschienenen Album, noch mit martialischer Gestik und Mimik. So blieben Dead Emotions leider bis zuletzt etwas farblos - trotz der schwarzen Flecken auf der weißen Weste.



Feieralarm für Folk-Fans! Und davon gab es offenbar eine ganze Menge, als Svartsot (teilweise im schweren Brustpanzer) auftraten, um im die Axt im bayrischen Walde zu geben (und das wortwörtlich, siehe Bild!). Vor einem deutlich gewachsenen Publikum gaben sie ihre ganz eigene Folk Metal-Interpretation zum Besten, druckvoll, aber dennoch melodisch und immer wieder mit kleinen Humppa-Einsprenseln in den Basslinien. Auch soundtechnisch passte wirklich alles, von den Gitarren bis zu Sänger Claus' gewittertiefen Vocals. So stand einem großartigen Gig nichts im Wege, und die Band nutzte die Feierfreudigkeit der Meute, um sie mit Titeln wie dem phänomenalen "Bersærkergang" zur Raserei zu treiben - oder wenigstens für den nächsten Act warm zu machen.



Und der hatte es in sich. Sobald einmal die kleinen Alestorm-Banner hingen, kaperten auch die vier schottischen Freibeuter bald darauf die Bühne. Unter dem Slogan "With an Ale you cannot fail" setzten sie Segel und schipperten los in einen feuchtfröhlichen Abend zwischen launigem Pirate Metal und krudem, schottischem Akzent. Mit viel Spielfreude und seinem quietschebunten, tragbaren Gurt-Keyboard nahm Sänger und Klimperer Christopher Bowes das wohl größte Publikum des Festivals mit auf eine Kaperfahrt quer durch das bislang einzige Album der Band. Der Kultstatus, den die Band im "oberen Untergrund" schon länger besitzt, trug sehr dazu bei, dass der Beutezug der vier Schotten auch im hinterletzten Winkel Deutschlands zu einem vollen Erfolg wurde. Titel wie "Set Sail and Conquer" oder "Wenches and Maids" wurden heiter abgefeiert, und bei "What Shall We Do With the Drunken Sailor" war fast der gesamte Saal am Hüpfen. Umso trauriger, dass es nach einer knappen Dreiviertelstunde schon wieder hieß: "Die Sonne wird bald schon aufgehen, das ist unser letzter Song." Nachdem die Band ihrem Publikum mit einem finalen "Captain Morgan's Revenge" noch eine saftige Breitseite versetzt hatte, waren die ersten, deutlichen "Zugabe"-Chöre des Festivals zu vernehmen. Dann aber hatten Alestorm leider bereits ihre Zeit aufgebraucht und mussten sich ins Back verziehen, um dort die errungene Weißbier-Beute gerecht zu teilen.



Das Kontrastprogramm gab's nur wenig später bei Hollenthon: Statt heiterem Piratenpathos gab's nun deutlich apokalyptischere Töne, als die sehr symphonisch angehauchte Wiener Death-Formation um halb Acht vor ein immer noch recht zahlreiches Publikum trat, um mit langen, doomigen Passagen, Magengruben-Grooves und jaulenden Keys wie aus dem Horrorfilm musikalisch das Weltenende einzuleiten. Klar, dass da kaum partytaugliches Material dabei war - dafür waren die Stücke auch einfach nicht geschrieben. Dennoch wärmte sich das Publikum gerade zum Ende hin auf, und zu "Son of Perdition" sprangen sogar ein paar von ihnen mit auf die Bühne, um fleißig mitzumoshen. Wirklich unzufrieden musste die Band daher wirklich nicht sein, als sie nach einer knappen Stunde an einen der wirklich großen Headliner des Festivals übergaben.



Tyr wurden nämlich schon ähnlich heiß erwartet, wie Alestorm zuvor. Schließlich haben die vier Herren von den Faröer-Inseln sich mit ihrer sehr progressiven, melodischen und von einheimischen Sängen und Sagen inspirierten Interpretation des Viking/Folk Metal mittlerweile eine beachtliche Fanbasis erspielt. Ihre Live-Auftritte dürften dazu Einiges beigetragen haben - danach zu urteilen, was sie in der nun folgenden Stunde ablieferten. Neben dem üblichen Viking-Pathos und mehrstimmigen Chören (die auf Konserve aber auch schon mal besser klangen) gab's vor allem viel Publikumsnähe. Gleich zu Anfangs durfte das famose "Hail to the Hammer" mitgesungen werden, bevor dann zu "Ragnarøk" ein Meer von Feuerzeugen über den Köpfen schwankte. Außerdem gab's auch eine Menge neuer Titel vom im Mai veröffentlichten Album "Land". Besonders gut kamen aber vor allem die bereits bekannten Titel an, die es auch weiterhin reichlich regnete: Sowohl das Cover "The Wild Rover", als auch Tyrs Epos "Ramund Hin Unge" wurden spitze aufgenommen, so dass es nach Ende des "letzten" Liedes laute Zugabe-Rufe gab - eine Bitte, der Tyr gern noch mit einem weiteren Titel nachkamen.

Und dann war erstmal wieder Schluss mit lustig, sauberen Vocals und filigranen Gitarrenlinien. Das "Dismember"-Shirt des Drummers von Fleshcrawl gab die Richtung schon ganz gut vor: Für die kommende Stunde gab's Ohrenbluten mit Oldschool-Death! Wie üblich hatte die Truppe aus Bayerisch Schwaben ihr Standard-Repertoire an Titeln mit dabei: Von "Soulskinner" über "As Blood Rains from the Sky" bis "Into the Fire of Hell" war alles da, wofür Fleshcrawl bekannt und beliebt sind. Sonderlich viel war in Passau allerdings dennoch nicht los. Jenseits des Moshpits nahe den ersten Reihen reagierte das nach Tyr leicht ausgedünnte Publikum recht verhalten - daran konnten auch die etwas lahmen Ansagen und Motivationsversuche von Sänger Sven nicht viel ändern. Irgendwann klang nämlich alles reichlich gleich, sowohl was die Instrumentierung, als auch die Vocals anging.



Von Destruction gab's erstmal nur den obligatorischen Mad Butcher zu sehen: Mit einer Kettensäge bewaffnet posierte er eine Weile auf der Bühne (und das nicht zum letzten Mal in dieser Show), bevor dann die eigentliche Band das Heft in die Hand nahm. Die gerade aus Argentinien zurückgekehrten Thrash-Urgesteine brachten so ziemlich alles auf die Bühne, was ihre Fanschar für gewöhnlich sehen möchte: Klassiker wie "Nailed to the Cross", aber auch den Titeltrack "Devolution" des gleichnamigen, frisch erschienenen Albums, einen deftigen Moshpit und in den Pausen etwas netten Smalltalk mit dem Publikum. Damit bereiteten Destruction - für viele sicher eine der Headliner-Bands des Festivals - meinem Abend einen denkwürdigen Ausklang (den späteren Auftritt von Endstille habe ich leider nicht mehr mitbekommen - dafür war mir der Qualm in der Halle irgendwann zu dick).


Was also bleibt am Ende der Metal Invasion 2008 unterm Strich übrig? Von Besucherseite aus sicher eine Menge Spaß, und auch von organisatorischer Seite aus darf man zufrieden über die gestiegene Zahl der Besucher und den praktisch perfekten Ablauf sein. Als einziges Ärgernis erwies sich am Ende nur das Rauchverbot, um das sich besonders zu fortgeschrittener Stunde keiner mehr so richtig kümmerte - nicht einmal die festivaleigenen Soundtechniker, die munter qualmend auf der Bühne standen und damit dem Publikum quasi kommunizierten, das mit dem Rauchverbot sei "ja nicht so gemeint gewesen." Auch die Security kümmerte es herzlich wenig, wenn man sich direkt vor ihren Augen Kippe um Kippe ansteckte. Dadurch wurde die Luft in der Halle aber bald wieder zu jenem beißenden Leichentuch, das schon sich im Vorjahr über Lungen und Luftzufuhr gelegt und den Aufenthalt im Inneren zu einer echten Zumutung gemacht hatte. Es wäre daher mehr als wünschenswert, dass daran noch gearbeitet wird.
Ansonsten steht bereits jetzt fest, dass man sich auf eine Fortsetzung freuen darf: Auch 2009 wird die X-Point-Halle wieder Schauplatz einer weiteren Ausgabe der Metal Invasion sein, dann wahrscheinlich wieder mit stärkeren Power Metal-Anteilen als dieses Jahr. Bis dahin bleiben die Erinnerungen an die vielen genialen Konzerte der Metal Invasion 2008. Und das erneute Ausschau-Halten nach den vertrauten schwarzgelben Plakaten. ;)