Blood Of Seklusion - Servants Of Chaos

CD Reviews, Blood Of Seklusion - Servants Of Chaos

Die europäische Idee ist nicht am Ende, solange eine italienische Band über ein deutsches Label schwedischen Death Metal dieser Güte abliefert.

Spätestens seit dem so nurdigen wie lesenswerten ´The Return... Of Svensk Dödsmetall´ von Nicola Costantini ist bekannt, dass auch Italiener ein Herz für tödliche Klänge aus dem hohen Norden haben. 
Ich muss ehrlicher Weise sagen, dass mich ´Servants Of Chaos´ zunächst nicht so begeistert hat. Bei der Fülle an guten Releses in diesem Genre kann man leicht sehr wählerisch werden. Insbesondere der Drumsound hat Luft nach oben. Die Toms klingen ziemlich pappig, aber das ist ja auch bei ´Pleasure To Kill´ so und kaum jemand zweifelt ernsthaft an dem Status dieses Albums. Nach dem starken Auftritt auf dem Party San habe ich mir das Album noch mal vorgenommen. Es geht ja in erster Linie nicht um das Wie, sondern auch um das Was. Spielerisch zeigt insbesondere Drummer Marcello Malagoli gleich beim Opener, dass er wesentlich mehr als Uffta Uffta drauf hat. Der Song rumpelt nicht einfach die Klischees erfüllend los, sondern hat geschickte Tempowechsel. Aber natürlich können  BLOOD OF SEKLUSION auch straight. Das beweisen sie in der Folge zur Genüge.
Die Stärke dieses Album besteht in der Variabilität. Während mir viele Bands mit der Zeit zu monoton werden, haben  BLOOD OF SEKLUSION immer wieder Überraschungsmomente zu bieten. Das sind unerwartete Breaks, die den Takt brechen oder Tempowechsel zwischen (kurzen) Blastbeats und schleppenden Passagen. Bei ´Lands Of Desecration´ schimmert sogar ein ganz leichter Black Metal Einfluss durch. Trotz dieser Wechsel sind die Songs alle kompakt und gehen nach vorn. Es ist gut, dass die Tracks zum Teil recht kurz gehalten wurden und die Band bei kompakten Krachern wie ´The Sun Shines No More´ auf unnötige Wiederholungen verzichtet.

Als ich mich an der Drumsound gewöhnt habe, ist ´Servants Of Chaos´ starkes Album, das trotz aller Abwechslung innerhalb der Genregrenzen bleibt. Da die Band gezeigt hat, dass sie das auch live umsetzten kann, ist sie jedem empfohlen, der auf druckvollen, aber nicht stumpfen Death Metal schwedischer Bauart steht.